Schlagwort: Emergenz

Wenn man fragt was ein Berater so macht und man das Wort wörtlich nimmt, dann könnte man auf die Idee kommen, dass ein Be-RAT-er engagiert wird, um Rat zu geben. Von dieser orakelhaften Qualität kann man schon in Märchen lesen: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

So als Fachberater engagiert kann mein eigentlich nur verlieren: Der Beratungsauftrag ist schon sehr früh vorbei, wenn das Ergebnis lautet: „Du bist sowieso die Schönste.“ Na, dann braucht man auch keine weitere Beratung und alles kann bleiben wie es ist. Und wenn sich herausstellt, dass es andere gibt, die irgendwie schöner sind, dann wird der Spiegel schon mal gerne zertrümmert, weil einem nicht gefällt was man sieht. Was also statt dessen tun, wenn man mal wieder als Rat-Geber gefragt wird? Wie wäre es mit der Möglichkeit einen Rahmen zu bieten? Vor allem weil viele Veränderungs- und Organisationsentwicklungsprozesse metaphorisch gesehen mit der Frage beginnen „Spieglein, Spieglein…?“

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Otto Scharmer’s Theorie U in der er das Phänomen von Emergenz beschreibt hat in der Fachwelt einige Aufmerksamkeit erregt. Dies ist sicher auch der Tatsache geschuldet, dass er als Professor am MIT im Dunstkreis von Ed Schein und  Peter Senge („die fünfte Disziplin“) berühmte Vorgänger hat, die einen erheblichen Einfluss auf die Arbeit einer ganzen Generation von Experten im Bereich der Organisationsentwicklung und Managementberatung haben.

Sein Buch „Theory U“ beschreibt eindrücklich den Prozess der Emergenz und seine Webseite enthält einige nützliche Hilfsmittel und Tools zum Download bereit. Allerdings ist es wie mit vielen dieser Angebote: Man muss sich schon ein wenig damit beschäftigen, damit man einen Nutzen aus der Anwendung ziehen kann.

Seit einiger Zeit nun arbeite ich „emergent“ in diesem Sinne. Nicht immer jedoch steht diese Behauptung im Vordergrund. Vor allem dann nicht, wenn der Verdacht eine Methode zu „verkaufen“ eher hinderlich für den Erfolg eines Projektes ist.

Mir ist wichtig hier zu beschreiben, dass emergentes Arbeiten in keiner Weise ausschließlich eine Frage der eingesetzten Methoden ist. Aus meiner Sicht ist die gelebte Haltung und der Umgang der handelnden Personen miteinander im Sinne einer Teamkultur der wesentlich wichtigere Faktor.

So kann Emergenz auch nicht im Sinne eines Kochrezeptes erzeugt werden, sondern entsteht in der Interaktion. Diese Interaktionen folgen leider auch nicht den linearen Ursache-Wirkungs-Beziehungen, mit denen wir gerne unsere Weltsicht vereinfachen. Emergenz ist deshalb mehr eine Folge der Bereitschaft von Menschen, sich auf einen gemeinsamen Lern- und Erlebnisprozess einzulassen. Dafür ist ein guter, tiefgründer Kontakt zwischen den handelnden Personen eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg. Zurück zur Überschrift: Emergenz „funktioniert“ nur, wenn Menschen dafür bereit sind.

Sind Sie bereit für Emergenz? Im Rahmen des Vorkongresses führe ich mit meinem Freund und Kollegen Menschen die dafür bereit sind einmal praktisch durch das U…

http://www.berater-stark-machen.de/seminare/die-praxis-der-qtheorie-uq.html