< Selbstreflexion – Markus Schwemmles Blog

Category: Selbstreflexion

Inspiriert von einem Interview von Gabor Steingart mit Herrn Wolfgang Reizle dem Aufsichtsratschef von Linde möchte ich hier ein wesentliches Thema vertiefen, das mich seit einiger Zeit begleitet und immer wieder beschäftigt. Ausgangspunkt war damals die Erkenntnis, dass im Miteinander in Teams und jeder Art von Austauschbeziehung immer wieder darum geht, wie wir einander gerecht werden. Herr Reizle hat mir eine weiterführende Erkenntnis beschert, denn ich bin davon ausgegangen, dass dieses ‚einander gerecht werden‘ in erster Linie eine sehr subjektive Sicht ist und der Versuch äußere Maßstäbe dafür heranzuziehen eine Form der Rationalisierung einer Projektion ist. Jetzt kann ich den inneren Mechanismus in Worte fassen:

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Achtsamkeit ist ein Modebegriff geworden. Und ein Versprechen: Wenn Du „achtsamer“ mit Dir umgehst, dann wirst Du erfolgreicher sein im Leben. Da ist stellt sich doch gleich die Frage: Was ist eigentlich Erfolg? Für mich bedeutet das: „Handle so, dass die Folgen gut sind.“ Ja, und was sind jetzt gute Folgen? Mehr Geld, ein Auto, ein Haus? Das hängt vom Standpunkt des Betrachters ab: Wenn Du kein Geld, kein Auto und kein Haus hast, ist das vielleicht eine gute Idee. Wenn Du Geld hast, ein Auto und ein Haus, dann stellt sich die Frage ob das vielleicht eher ein „Luxusproblem“ ist… Ja und wie ist das jetzt mit der Achtsamkeit? Aus meiner Sicht ist der Begriff „Mindfulness“ nicht richtig übersetzt…

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Als systemischer Berater habe ich früh in meiner Ausbildung und im Alltag gelernt, mich vieler rascher Bewertungen zu enthalten. Insbesondere geht es dabei um instinktive und unbewusst automatische Einteilungen der Welt und insbesondere die Klassifikation von Menschen in gut oder schlecht, kompetent oder inkompetent, schuldig oder unschuldig. Es ist aber ein Trugschluss, dass auch einer, der systemisch geschult ist, ohne Entscheidungen durch’s Leben geht.

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Ein Jahreswechsel ist für viele eine willkommene Gelegenheit zur Reflexion. Auch ich nutze die Zeit, um nach dem letzten Quartal wieder zu mir zu kommen und mich auf die Suche nach den wesentlichen Erkenntnissen des vergangenen Jahres zu machen. Meine Reflexionsfrage an mich ist: „Was habe ich gelernt, was ist mir begegnet, das mich beeindruckt oder nachhaltig beeinflusst hat, dass es mir über das Jahr hinaus bedeutsam, wichtig und behaltenswert erscheint?“ Sehr beeindruckt hat mich ein Motiv oder ein (für mich) neues Verständnis eines Wertes, der mir bis zu diesem Zeitpunkt eher abstrakt erschien. Es geht um nichts geringeres als: Gerechtigkeit.

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Re-start 50

Vor einem halben Jahr habe ich den letzten Blogartikel veröffentlicht. Ziemlich lange her und Leser, Kollegen und Freude fragen mich manchmal: „Was ist los?“ Schreiben ist für mich eigentlich eine Lust und gleichzeitig eine Möglichkeit, mich auf Wesentliches zu konzentrieren. Die letzten 6 Monate waren ebenfalls geprägt von viel Fokus und Konzentration. Ich weiss nicht, ob die sogenannte „Rush-hour der mittleren Lebensjahre“ zugeschlagen hat und eigentlich ging es mir recht gut – nur die Zeit zur schriftlichen Reflexion wollte sich einfach nicht mehr einstellen…

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Hier gebe ich euch ein Beispiel für ein kleines Ritual, das ihr für euch vielleicht ebenso nutzen könnt, wie mir das erst letzte Woche nützlich war.
Diese Vorgehensweise verdanke ich meinem Lehrtrainerkollegen Wolfram Jokisch am isb, mit der er uns alle einmal inspirierte. Vielmehr sorgte er dafür, dass wir uns die Inspiration im Selbst abholen konnten.
Die Intervention ist eigentlich ganz einfach und vielleicht gerade deshalb nicht leicht. Das eigene Erleben wird auch geprägt sein, durch unsere inneren Glaubenssätze, wie sowas abläuft oder „wirkt“, deshalb empfehle ich euch eine Übersetzung in euer eigenes Innenleben. Ich möchte den Ablauf so neutral wie möglich schildern, ausmalen dürft ihr ihn dann selbst.

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Wenn ich auf meine eigene Biographie schaue, dann hat es relativ lange gedauert, bis ich wirklich Lebens-Unternehmer wurde, obwohl ich immer schon spürte, dass es für mich in diese Richtung gehen muss. Es gab schon einige Gehversuche, aber erst kurz vor meinem 40ten Geburtstag stand ich wirklich auf eigenen Beinen. Wenn ich mir die aktuellen Herausforderungen so ansehe und die enorme Veränderungsgeschwindigkeit betrachte, dann ist es jetzt Zeit, jungen Menschen eine Entwicklungsmöglichkeit zu bieten, die ich vielleicht selbst gerne gehabt hätte.

Wir möchten junge Menschen mit einem ersten Abschluss (z.B. Bachelor) oder einer Ausbildung und erster Berufserfahrung zu einer Unternehmergemeinschaft zusammenbringen und Ihnen dafür 3 mal 1 Ausbildungswoche Starthilfe geben.
Wichtig ist, dass wir vor allem systemisches Unternehmer-Knowhow anwenden und damit die gemeinsame Lernzeit sehr praxisnah gestalten wollen. Erfolgreiche Unternehmer haben aus meiner Sicht nicht nur eine tragfähige, von allen geteilte Idee, sondern formen ein Team, das mit einem besonderen Teamgeist eine Unternehmenskultur entwickelt, die eine erfolgreiche Gründung und eine nachhaltige Geschäftsentwicklung fördert.
Im Zentrum steht allerdings nicht die Ausbildung, sondern die erfolgreiche Unternehmensgründung, die wir anschließend als Coaches und Gesellschafter weiter begleiten.
Was für ein Unternehmen gegründet werden soll, hängt von den Fähigkeiten und Ideen der Beteiligten ab. Denkverbote gibt es erst einmal nicht.

Meine persönliche Kernfrage dabei ist:
Welche unternehmerische Antwort finden wir auf ein Kernproblem dieser Welt?

Jetzt sind wir auf der Suche nach zukünftigen Unternehmerpersönlichkeiten, die nicht nur gute Ideen entwickeln und umsetzen wollen, sondern in gesellschaftlicher Verantwortung einen Mehrwert generieren möchten.

Es geht darum etwas in die Welt zu bringen, mit dem sich alle Beteiligten zu 100% aufgrund von gelebten Werten identifizieren können. Unternehmerische Antworten dürfen sich natürlich auch lohnen. Das Ziel ist nicht ein Hobby oder ehrenamtliches Projekt zu betreiben, sondern auch vom eigenen Unternehmen leben zu können. Gutes und humanes Wirtschaften und betriebswirtschaftliches Wissen gehört also auch dazu, allerdings als „Enabler“ der Unternehmung und nicht als primärer Unternehmenszweck.

Ich habe selbst in den letzten 25 Jahren viele unterschiedliche Unternehmen auf mehreren Kontinenten gesehen und freue mich darauf, mein Wissen einzubringen, systemische Haltungen und Vorgehensweisen zu vermitteln und offen zu sein, was wir gemeinsam an Neuem entdecken.

Mit anderen Worten: Ich bin gespannt auf die gemeinsame Lernreise.
Hier geht es zur system worx project 1 Webseite: https://www.project1.system-worx.de/
Hier geht es zum YouTube Video: https://www.youtube.com/watchtime\_continue=24&v=LKZgHgwA2xI]

Zur Anmeldung für den Orientierungstag geht es hier: https://www.project1.system-worx.de/about

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Vor einigen Jahren habe ich einen Artikel zum Thema „Führung durch das Leben“ geschrieben. Ich verstehe diese Worte in zwei Bedeutungen: Einerseits geht es darum, das Leben zu führen, aber auch anzuerkennen, dass das Leben einen führt. Für mich ist seither die Erkenntnis, dass sich diese beiden Pole auf die Lebensführung nicht gegenseitig ausschließen müssen, sondern dass auch beides sein kann und darf. Lediglich die Dosis des einen und des anderen haben wir selbst nur beschränkt in der Hand.

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Im Internet kursieren seit einiger Zeit sogenannte „Life Hacks“. Auf [Wikipedia] kann man nachlesen, dass es sich um „Lebens-Kniffe“ handelt, also einfache Regeln oder Verhaltensweisen, bei denen das Leben insgesamt einfacher wird. Als Systemiker gibt es für mich eine ganze Klasse von „Life Hacks“, die das Leben grundsätzlich und in wenigen Augenblicken verändern können, die sich auf die gelebte innere Haltung beziehen. Wer es schafft seine innere Haltung sich selbst und auch anderen gegenüber zu steuern, der kann das Leben selbst führen. Und weil mich die „Führung durch das Leben“ (Achtung, doppeldeutig!) schon immer sehr interessiert hat, hier ein Life Hack, der wahrscheinlich mehr als das, vielleicht sogar schon ein Life Style ist:

In Zeiten von Smart Phones, Facebook, Multitasking und Werbung überall, sind wir als Menschen (heraus-)gefordert, mit unserer Aufmerksamkeit zu haushalten. Und das zu Recht, denn Aufmerksamkeit steht uns zwar täglich neu zur Verfügung, aber in gerichteter Art und Weise nur endlich. Ist die direkte Aufmerksamkeit aufgebraucht, ermüden Menschen oder streben nach Ablenkung. Da sei die Frage erlaubt, wie ein Mensch dann in so einer Situation sein Smart Phone benutzt, denn wenn er in solch unbedachten Momenten quasi als Unterhaltung sich von den Reizen der kleinen Zeitsparbüchse leiten lässt, dann sorgt das dafür, dass der eigene Fokus verloren geht. Im übrigen kann man auch in Unternehmen (ich empfehle da am besten Konzernwelten) an bestimmten Arbeitsplätzen seinen Arbeitsrhythmus von den eingehenden Mails in der Inbox diktieren lassen. Anscheinend ist der Mensch in Zeiten der Digitalisierung auch nur dann modern, wenn er in allen sozialen Medien präsent und „always on“ für alle verfügbar ist. Für alle, denen in ihrem Leben etwas fehlt möchte ich einen anderen Vorschlag machen:

Wie wäre es, sich wieder in der Tiefe mit wesentlichen Themen zu beschäftigen? Ja, vielleicht haben wir das alle zuletzt während unseres Studiums gemacht. Da gab es auch noch keine Smart Phones. Ich erinnere mich an ganze Tage in der Universitätsbibliothek in Tübingen oder auch in Seattle, an denen ich mich voller Konzentration dem Studium von wesentlichen Themen förmlich hingegeben habe. Ja, am Ende ging es darum eine Prüfung zu bestehen, aber vorher stand die Absicht zu verstehen. Wie viel Zeit nehmen wir uns in Zeiten unablässiger Kommunikation und Open Offices uns wirklich wesentlichen Themen zu widmen? Was ich schon lange in mir spüre – den Drang und die Sehnsucht mich wirklich in interessante systemische Themen zu versenken und damit auch produktiv zu werden, z.B. durch Schreiben – wurde mir gerade erst wieder sehr bewusst. Und vielleicht unterscheidet uns Menschen diese Fähigkeit in der Tiefe fokussieren von den Maschinen um uns, die in Lichtgeschwindigkeit rechnen können. Mein Selbstversprechen für die nächste Zeit ist jedenfalls die, mir mehr Zeit von fokussierter Versenkung ohne Ablenkung zu erlauben und mich zeitweise von der Welt zu entkoppeln ohne mich davon zu verabschieden. Für mich ein Weg wesentlicher, inhaltsorientierter Produktivität. Der erste Schritt wird sein, mir für diese Zeit auch achtsam Ziele zu wählen, die den größten Sinn für mich ergeben und auch da nicht an der Oberfläche zu bleiben.
Was mich dabei übrigens mehr anregt und aufregt ist ein Buchtipp, den ich euch gerne weitergebe. Achtung, es ist ein amerikanisch-englisches Buch, deshalb ist es wahrscheinlich auch immer mal wieder *sehr* plakativ. Und das schmälert seinen Wert für mich überhaupt nicht.
Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World
Viel Erfolg bei euren eigenen Vertiefungsversuchen wünsche ich euch…

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Erst einmal möchte ich mich bei euch, meinen treuen Bloglesern entschuldigen: Ich hatte tatsächlich so etwas wie eine Blogpause von 2 Monaten. Eigentlich veröffentliche ich mindestens jeden Monat einen Artikel, wenn’s gut läuft, sogar jede Woche. Ich könnte jetzt etwas von Kreativpause erzählen, aber das stimmt nicht. Es gab einfach viel und wahrscheinlich auch sehr Wichtiges zu tun. Allerdings zählt für mich das Argument „dringendes“ und „wichtiges“ nicht so wirklich. Ich bin eher ein Freund von „Competing Commitments“.

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