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Category: Persönliches

Als systemischer Berater habe ich früh in meiner Ausbildung und im Alltag gelernt, mich vieler rascher Bewertungen zu enthalten. Insbesondere geht es dabei um instinktive und unbewusst automatische Einteilungen der Welt und insbesondere die Klassifikation von Menschen in gut oder schlecht, kompetent oder inkompetent, schuldig oder unschuldig. Es ist aber ein Trugschluss, dass auch einer, der systemisch geschult ist, ohne Entscheidungen durch’s Leben geht.

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Re-start 50

Vor einem halben Jahr habe ich den letzten Blogartikel veröffentlicht. Ziemlich lange her und Leser, Kollegen und Freude fragen mich manchmal: „Was ist los?“ Schreiben ist für mich eigentlich eine Lust und gleichzeitig eine Möglichkeit, mich auf Wesentliches zu konzentrieren. Die letzten 6 Monate waren ebenfalls geprägt von viel Fokus und Konzentration. Ich weiss nicht, ob die sogenannte „Rush-hour der mittleren Lebensjahre“ zugeschlagen hat und eigentlich ging es mir recht gut – nur die Zeit zur schriftlichen Reflexion wollte sich einfach nicht mehr einstellen…

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Hier gebe ich euch ein Beispiel für ein kleines Ritual, das ihr für euch vielleicht ebenso nutzen könnt, wie mir das erst letzte Woche nützlich war.
Diese Vorgehensweise verdanke ich meinem Lehrtrainerkollegen Wolfram Jokisch am isb, mit der er uns alle einmal inspirierte. Vielmehr sorgte er dafür, dass wir uns die Inspiration im Selbst abholen konnten.
Die Intervention ist eigentlich ganz einfach und vielleicht gerade deshalb nicht leicht. Das eigene Erleben wird auch geprägt sein, durch unsere inneren Glaubenssätze, wie sowas abläuft oder „wirkt“, deshalb empfehle ich euch eine Übersetzung in euer eigenes Innenleben. Ich möchte den Ablauf so neutral wie möglich schildern, ausmalen dürft ihr ihn dann selbst.

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Vor einigen Jahren habe ich einen Artikel zum Thema „Führung durch das Leben“ geschrieben. Ich verstehe diese Worte in zwei Bedeutungen: Einerseits geht es darum, das Leben zu führen, aber auch anzuerkennen, dass das Leben einen führt. Für mich ist seither die Erkenntnis, dass sich diese beiden Pole auf die Lebensführung nicht gegenseitig ausschließen müssen, sondern dass auch beides sein kann und darf. Lediglich die Dosis des einen und des anderen haben wir selbst nur beschränkt in der Hand.

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Direkt an Ostersonntag sind sie geboren: Die beiden neuen Sterne in meinem familiären Universum. Und ihre Ankunft hat sich 9 Monate lang angekündigt und war zuletzt einfach nicht mehr zu übersehen. Und wie es sich so mit der Geburt von Sternen auf sich hat, sind sie mit einem kräftigen Urknall ins Leben getreten…

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Im Internet kursieren seit einiger Zeit sogenannte „Life Hacks“. Auf [Wikipedia] kann man nachlesen, dass es sich um „Lebens-Kniffe“ handelt, also einfache Regeln oder Verhaltensweisen, bei denen das Leben insgesamt einfacher wird. Als Systemiker gibt es für mich eine ganze Klasse von „Life Hacks“, die das Leben grundsätzlich und in wenigen Augenblicken verändern können, die sich auf die gelebte innere Haltung beziehen. Wer es schafft seine innere Haltung sich selbst und auch anderen gegenüber zu steuern, der kann das Leben selbst führen. Und weil mich die „Führung durch das Leben“ (Achtung, doppeldeutig!) schon immer sehr interessiert hat, hier ein Life Hack, der wahrscheinlich mehr als das, vielleicht sogar schon ein Life Style ist:

In Zeiten von Smart Phones, Facebook, Multitasking und Werbung überall, sind wir als Menschen (heraus-)gefordert, mit unserer Aufmerksamkeit zu haushalten. Und das zu Recht, denn Aufmerksamkeit steht uns zwar täglich neu zur Verfügung, aber in gerichteter Art und Weise nur endlich. Ist die direkte Aufmerksamkeit aufgebraucht, ermüden Menschen oder streben nach Ablenkung. Da sei die Frage erlaubt, wie ein Mensch dann in so einer Situation sein Smart Phone benutzt, denn wenn er in solch unbedachten Momenten quasi als Unterhaltung sich von den Reizen der kleinen Zeitsparbüchse leiten lässt, dann sorgt das dafür, dass der eigene Fokus verloren geht. Im übrigen kann man auch in Unternehmen (ich empfehle da am besten Konzernwelten) an bestimmten Arbeitsplätzen seinen Arbeitsrhythmus von den eingehenden Mails in der Inbox diktieren lassen. Anscheinend ist der Mensch in Zeiten der Digitalisierung auch nur dann modern, wenn er in allen sozialen Medien präsent und „always on“ für alle verfügbar ist. Für alle, denen in ihrem Leben etwas fehlt möchte ich einen anderen Vorschlag machen:

Wie wäre es, sich wieder in der Tiefe mit wesentlichen Themen zu beschäftigen? Ja, vielleicht haben wir das alle zuletzt während unseres Studiums gemacht. Da gab es auch noch keine Smart Phones. Ich erinnere mich an ganze Tage in der Universitätsbibliothek in Tübingen oder auch in Seattle, an denen ich mich voller Konzentration dem Studium von wesentlichen Themen förmlich hingegeben habe. Ja, am Ende ging es darum eine Prüfung zu bestehen, aber vorher stand die Absicht zu verstehen. Wie viel Zeit nehmen wir uns in Zeiten unablässiger Kommunikation und Open Offices uns wirklich wesentlichen Themen zu widmen? Was ich schon lange in mir spüre – den Drang und die Sehnsucht mich wirklich in interessante systemische Themen zu versenken und damit auch produktiv zu werden, z.B. durch Schreiben – wurde mir gerade erst wieder sehr bewusst. Und vielleicht unterscheidet uns Menschen diese Fähigkeit in der Tiefe fokussieren von den Maschinen um uns, die in Lichtgeschwindigkeit rechnen können. Mein Selbstversprechen für die nächste Zeit ist jedenfalls die, mir mehr Zeit von fokussierter Versenkung ohne Ablenkung zu erlauben und mich zeitweise von der Welt zu entkoppeln ohne mich davon zu verabschieden. Für mich ein Weg wesentlicher, inhaltsorientierter Produktivität. Der erste Schritt wird sein, mir für diese Zeit auch achtsam Ziele zu wählen, die den größten Sinn für mich ergeben und auch da nicht an der Oberfläche zu bleiben.
Was mich dabei übrigens mehr anregt und aufregt ist ein Buchtipp, den ich euch gerne weitergebe. Achtung, es ist ein amerikanisch-englisches Buch, deshalb ist es wahrscheinlich auch immer mal wieder *sehr* plakativ. Und das schmälert seinen Wert für mich überhaupt nicht.
Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World
Viel Erfolg bei euren eigenen Vertiefungsversuchen wünsche ich euch…

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Ich weiss nicht, wie ihr Weihnachten verbracht habt. Ich möchte mein Weihnachtserlebnis in diesem Jahr einmal metaphorisch beschreiben, in einer anderen Art der Weihnachtsgeschichte:

Es begab sich also zu der Zeit, dass sich Menschen schon im September auf Weihnachten ausrichteten. Das macht sich zu diesem Zeitpunkt des Jahres vor allem dadurch bemerkbar, dass es im Spätsommer schon bergeweise Nikoläuse und Lebkuchen in den Supermärkten zu kaufen gibt. Im Prinzip beginnt da schon die Ernährungsumstellung, die das Gegenmodell der Bikini- oder Badehosenfigur zum Ziel hat.

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Lieber Bernd,

hier schreibe ich einen offener Brief an Dich im virtuellen Beisein anderer. Es wird viel über Dich geschrieben: Über Dich und dein Lebenswerk. Mit 70 Jahren hast Du bezogen auf deine Leistung gleich mehrere Leben gelebt. Als Institutsgründer hast Du aus dem Schlosshof eine geistige Heimat gemacht, die mir als Vorbild dient. Du hast dort Menschen gebildet und beseelt und mindestens immer für Klarheit gesorgt. Und von dort hast Du immer wieder neue Bühnen erfunden und mit Leben und deiner Kraft belebt und für Vitalität der Beteiligten gesorgt.

Die Details für den Mitleser sind hier zu finden: http://isb-i.eu/berufsjubilaum-bernd-schmid-40-jahre-plus/

Ich möchte aber insbesondere zwei Fähigkeiten von Dir besonders würdigen und benennen.
Du führst das Leben eines Unternehmers und nicht eines Unterlassers. Ich spüre, dass es bei Dir immer darum ging, dafür zu sorgen, dass etwas Gutes und Nützliches in die Welt kommt. Das ist sowohl Fähigkeit, als auch Haltung und bringt die Welt nach vorne. Auch in größeren Bezügen und hoffentlich noch für lange Zeit.

Und dann ist da der Bernd, der im kleinen Kreise für alle sorgt, so dass einfach alle das haben, was sie brauchen. Wenn wir bei Dir arbeiten und auch feiern durften, dann hast Du dich immer zurück gehalten und nach dem Rechten gesehen (gut, es gab vielleicht einmal eine Ausnahme, die für immer verschwiegen wird…). Überhaupt: Nach „dem Rechten sehen“ ist auch ein guter Ausdruck für Dich, der meint: Nach dem Stimmigen Ausschau halten und es herstellen.

Danke für deine Gedanken und unternehmerischen Kräfte und dein Vorbild. Ich freue mich darauf, mit vielen Weggefährten deinen Geburtstag feiern zu dürfen.
Ich verdanke Dir meinen heutigen Berufs- und Lebensweg.

Markus

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