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Re-start 50

Vor einem halben Jahr habe ich den letzten Blogartikel veröffentlicht. Ziemlich lange her und Leser, Kollegen und Freude fragen mich manchmal: „Was ist los?“ Schreiben ist für mich eigentlich eine Lust und gleichzeitig eine Möglichkeit, mich auf Wesentliches zu konzentrieren. Die letzten 6 Monate waren ebenfalls geprägt von viel Fokus und Konzentration. Ich weiss nicht, ob die sogenannte „Rush-hour der mittleren Lebensjahre“ zugeschlagen hat und eigentlich ging es mir recht gut – nur die Zeit zur schriftlichen Reflexion wollte sich einfach nicht mehr einstellen… Dabei gab und gibt es viel zu reflektieren, denn ich habe mittlerweile meinen runden Geburtstag gefeiert. Ich habe mich bisher in meinem Leben immer reflexhaft den Dingen zugewandt, die mir eigentlich Angst oder Unwohlsein erzeugen. Und schon vor einem Jahr bemerkte ich, wie mich die „50“ beschäftigten. Immerhin soll das ja Ausdruck einer häufig zitierten Krise in der Lebensmitte sein. Mir wurde klar, dass ich mich sehr aktiv damit beschäftigen will und das tue ich immer noch, obwohl das Fest schon zweifach gefeiert ist.

Zeit für eine Bilanz: Ich habe die Zeit gut genutzt um auf die vergangenen 50 Jahre zu blicken. Vieles ist in meinem Leben einfach gut geworden, obwohl es nicht immer einfach und leicht war. Manches wollte erkämpft oder ausgehalten werden. In meinen Persönlichkeitsentwicklungsseminaren höre ich mich immer mal wieder sagen: „Das Leben ist nicht dazu da, um ausgehalten zu werden, sondern um sich darauf einzulassen…“ Immer noch ein guter Satz, nur wenn man sich so wie ich immer wieder auf das Leben einlässt, dann erfordert das auch den Einsatz eigener Energie. Nur gut, dass da stets etwas zurück kommt.

Wozu bin ich ich da? Ist auch immer wieder die Frage. Und darauf gibt es jedes mal die selbe eindeutige Antwort: *Um das (Berufs-)Leben von Menschen lebens-wert zu machen.* Das mache ich bei meinen Kindern genau so, wie bei meinen Kunden und auch für mich ist das ein gutes Motto. Einer weiteren Tatsache sehe ich heute umso mehr ins Auge: Das Leben ist wirklich endlich. Bis vor kurzem war das eine Tatsache in meinem Kopf. Im Moment versteht das auch mein Herz und Bauch. Mein Leben wird lebenswert, indem ich mich nicht mehr nur darauf einlasse, sondern viel bewusster wähle, wo sich die Investition meiner Lebenszeit wirklich lohnt. Die Intensität der Tage wird mir damit erhalten bleiben, vom Einlassen zum Auswählen ist es innerlich ein ziemlicher Schritt. Ich glaube, dass ich mir selbst und meiner sozialen Umwelt dadurch hoffentlich ein Stück mehr gerecht werde, obwohl ich den Eindruck habe, dass diese Form der Gerechtigkeit vielleicht nie vollständig erreicht werden kann. Mir selbst und meinen Lesern möchte ich jedenfalls in den nächsten Jahren wieder mehr gerecht werden und meine Tradition des Schreibens über systemisches Leben und Arbeiten wieder aufzunehmen. Stay tuned…

P.S. Manche wollen schon wissen, was das auf dem Foto ist: Das bin ich 1995 in meinem Triumph Spitfire in Utah… Done that – I don’t need no Porsche 😉

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