Buchtipp – Unter Bänkern

Ich erinnere mich noch gut an 2008, das wunderbare Jahr, in dem meine Frau mir das Ja-Wort gab, in dem wir aber auch alle miteinander an einer der schlimmsten Katastrophen in der Finanzwelt vorbeigeschrammt sind. Ich war gerade ein Jahr selbständig und am Auftragsrückgang wurde deutlich, dass viele Unternehmen schon sehr beeinträchtigt waren. Wenige Monate später schossen dann die Krisenberatungsprojekte, wie Pilze aus dem Boden, die Krise schien ausgestanden und langsam kehrte dann auch in meiner beruflichen Umwelt „business as usual“ ein. Und genau da liegt das Problem.

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Organisationen entwickeln sich – ob mit oder ohne Personen die den Titel „Organisationsentwickler“ auf ihrer Visitenkarte tragen. Die Hoffnung ist, dass es mit Menschen in dieser Rolle besser geht. Rund um den gesunden Menschenverstand gibt es für aber mindestens zwei Abwege…

Ein wesentlicher Beitrag von Organisationsentwicklern ist die Entwicklung und Durchführung von Interventionen, die dazu beitragen die Organisation in eine gewünschte Richtung zu entwickeln. Eine Intervention beruht dabei nach meiner Definition immer auf der Schaffung zuträglicher Information. Zuträglich im Sinne der Zielorientierung wird die Information allerdings erst dadurch, dass sie an die Wirklichkeitskonstruktionen der handelnden Personen anschlussfähig ist. Daraus resultiert ein Übersetzungsproblem: Information, die nicht so gestaltet ist, dass sie durch Mitglieder einer Organisation aufgenommen und im Sinne der Zielrichtung verarbeitet wird ist zunächst einmal nicht nützlich. Durch kollektive Glaubenssätze als ein wesentlicher Bestandteil der Kultur vor Ort findet manchmal eine sinnstiftende Informationsverarbeitung nicht statt.

Einer dieser Glaubenssätze kann heißen: „Die Wissenschaft hat immer Recht!“

Dadurch entsteht eine Wissenschaftsgläubigkeit, die Mitglieder einer Organisation in Ehrfurcht vor Studien und wissenschaftlichen Ergebnissen erstarren lässt. So hält sich z.B. hartnäckig ein Gerücht in manchen Organisationen, dass der Auslöser für Burnout grundsätzlich im Arbeitskontext zu suchen ist („Es ist die Arbeit, die letztlich zu Burnout führt.“). Weitaus schlimmer und noch weiter verbreitet sind Ergebnisse von sogenannten Studien, die ohne wissenschaftlichen Hintergrund durchgeführt wurden. Sogar große Konzerne und große Beratungsunternehmen erzeugen dadurch Scheinwirklichkeiten mit unzureichenden Beschreibungen von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen. Ein ganzes Meer von Mythen entsteht dazu gerade im Themengebiet von Gender- und Diversitybalance. Es ist interessant zu sehen was an Überzeugungen in Organisationen entstehen kann wenn Redner „Erkenntnisse“ mit Gewissheit predigen. Es ist nicht leicht die Spreu vom Weizen zu trennen. Ich selbst bin übrigens sehr klar für die Nutzung von wissenschaftlichen Erkenntnisse in Organisationsentwicklungsprozessen! Allerdings plädiere ich für große Sorgfalt bei der Recherche und Auswahl von wissenschaftlichen Erkenntnissen einerseits auf der Seite der professionellen Organisationsentwickler und für eine kritische Prüfung dieser Angebote auf der Seite der Rezipienten, also der Führungskräfte und Mitarbeiter. Am Ende des Tages handelt es sich bei wissenschaftlichen Erkenntnissen niemals um die Wahrheit sondern nur um eine besonders elaborierte Form von Wirklichkeitskonstruktionen. Die Wahl der Forschungsmethoden und die aufgewendeten Ressourcen bei der Erforschung von Sachverhalten erzeugt eine Scheingenauigkeit, die deshalb gerne mit Wahrheit verwechselt wird. Am Ende geht es lediglich nur darum wie nützlich bestimmte wissenschaftlich geprägte Informationen im Sinne der Zielentwicklung und –erreichung für die handelnden Personen sind. Meine persönliche Meinung ist übrigens, dass wir bisher nur zu einem Bruchteil wissenschaftlich fundierte Informationen in OE-Prozessen nutzen und dass dort noch viel Potenzial ist. Die Ursache liegt in meinen Augen in einer praxisfernen Wissenschaftssprache und der Verselbständigung von Wissenschaft an sich. Forschung ist heute in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen vor allem bemüht, den nächsten Forschungstopf zu knacken und nicht an den Herausforderungen der Organisationen und ihren Mitgliedern orientiert. Das ist in Nordamerika deutlich anders. Dort ist es nicht verpönt neben Fachpublikationen auch öffentlichkeitswirksame und verständliche Publikationen oder Interviews zu geben die sprachlich verständlich sind ohne an Gehalt zu verlieren. Im Gegenteil. Durch die tradierten Überlegungen dass nur gut und richtig ist was kompliziert und unverständlich ist verspielen wir uns in Deutschland viele Chancen, weil nützliches ungenutzt bleibt.

Allerdings ist auf der anderen Seite vom Pferd gefallen auch nicht geritten (Danke Bernd für dieses Bonmot). Von Menschen die sich mit Wissenschaft erst gar nicht beschäftigen werden dann vermeintlich „nützliche“ Wirklichkeitskonstruktionen in die Welt gesetzt. Erstaunlicherweise gleichen sie den Wissenschaftspredigern in Organisationen bis auf den kleinen Unterschied des Inhaltes den sie predigen. In beiden Fällen führt das gelegentlich zur unreflektierten Nutzung von Wirklichkeitskonstruktionen hier unter dem Primat der Nützlichkeit. Es gibt den Spruch, dass wer heilt recht hat. Nur wenn dieser Satz dazu (ver)führt sachlich unsauber zu arbeiten und Menschenbilder in die Welt zu setzen, die den handelnden Personen in den Organisationen sogar nachhaltig schaden weil sie lediglich mit unreflektierten Überzeugungen ausgestattet sind, dann finde ich sollte man seine Vorgehensweise überdenken. So hält sich unter dem Primat der Nützlichkeit die Maslowsche Bedürfnispyramide in Organisationen oder in Veränderungsprozessen werden Veränderungskurven als „Wahrheit“ postuliert ohne die Menschen zu eigener Prüfung und zum Selbstexperiment anzuhalten. Letztendlich ist die reflektierte Arbeitsweise mit Modellen und Inhalten wichtig. Lernmethodik und Didaktik in Seminaren und Workshops sollte die kritische Verinnerlichung und die Förderung und Bewahrung der Offenheit bezüglich neuer (hoffentlich zuträglicher) Information zum Ziel haben. Den wirklichen Unterschied machen dann aus meiner Sicht nicht die unterschiedlichen (und hoffentlich hochwerten) Inhalte sondern die Arbeitsformen zur Auseinandersetzung mit Inhalten und Schaffung eigener hochwertiger Erfahrung. Seit Jahren lehren wir deshalb in unserem Curriculum eben nicht nur Inhalte (die immer wieder eine Überprüfung und Weiterentwicklung erfahren) sondern vor allem auch Arbeitsformen (kollegiale Beratung. Sparring, Coaching, Action Learning, Regieübungen usw.) weil die Schaffung einer hochwertigen Arbeits- und Lernkultur in Organisationsentwicklungs- und Changeprozessen ein kritischer Erfolgsfaktor darstellt. Letztlich sollte sich aus meiner Sicht jeder Professionelle in dem Bereich prüfen wie er mit Inhalten umgeht und zu welchem Umgang er aufruft. Der Notwendigkeit der Selbstaktualisierung geht aus meiner Sicht eine kritische Offenheit voraus gepaart mit Neugier und der Lust auf nützlich-Neues. Das Phänomen der Emergenz beruht aus meiner Sicht letztlich auf dieser neugierig-prüfenden Haltung ohne die keine hochwertige Innovation in Organisationen möglich ist.

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Hier gebe ich euch ein Beispiel für ein kleines Ritual, das ihr für euch vielleicht ebenso nutzen könnt, wie mir das erst letzte Woche nützlich war.
Diese Vorgehensweise verdanke ich meinem Lehrtrainerkollegen Wolfram Jokisch am isb, mit der er uns alle einmal inspirierte. Vielmehr sorgte er dafür, dass wir uns die Inspiration im Selbst abholen konnten.
Die Intervention ist eigentlich ganz einfach und vielleicht gerade deshalb nicht leicht. Das eigene Erleben wird auch geprägt sein, durch unsere inneren Glaubenssätze, wie sowas abläuft oder „wirkt“, deshalb empfehle ich euch eine Übersetzung in euer eigenes Innenleben. Ich möchte den Ablauf so neutral wie möglich schildern, ausmalen dürft ihr ihn dann selbst.

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Wenn ich auf meine eigene Biographie schaue, dann hat es relativ lange gedauert, bis ich wirklich Lebens-Unternehmer wurde, obwohl ich immer schon spürte, dass es für mich in diese Richtung gehen muss. Es gab schon einige Gehversuche, aber erst kurz vor meinem 40ten Geburtstag stand ich wirklich auf eigenen Beinen. Wenn ich mir die aktuellen Herausforderungen so ansehe und die enorme Veränderungsgeschwindigkeit betrachte, dann ist es jetzt Zeit, jungen Menschen eine Entwicklungsmöglichkeit zu bieten, die ich vielleicht selbst gerne gehabt hätte.

Wir möchten junge Menschen mit einem ersten Abschluss (z.B. Bachelor) oder einer Ausbildung und erster Berufserfahrung zu einer Unternehmergemeinschaft zusammenbringen und Ihnen dafür 3 mal 1 Ausbildungswoche Starthilfe geben.
Wichtig ist, dass wir vor allem systemisches Unternehmer-Knowhow anwenden und damit die gemeinsame Lernzeit sehr praxisnah gestalten wollen. Erfolgreiche Unternehmer haben aus meiner Sicht nicht nur eine tragfähige, von allen geteilte Idee, sondern formen ein Team, das mit einem besonderen Teamgeist eine Unternehmenskultur entwickelt, die eine erfolgreiche Gründung und eine nachhaltige Geschäftsentwicklung fördert.
Im Zentrum steht allerdings nicht die Ausbildung, sondern die erfolgreiche Unternehmensgründung, die wir anschließend als Coaches und Gesellschafter weiter begleiten.
Was für ein Unternehmen gegründet werden soll, hängt von den Fähigkeiten und Ideen der Beteiligten ab. Denkverbote gibt es erst einmal nicht.

Meine persönliche Kernfrage dabei ist:
Welche unternehmerische Antwort finden wir auf ein Kernproblem dieser Welt?

Jetzt sind wir auf der Suche nach zukünftigen Unternehmerpersönlichkeiten, die nicht nur gute Ideen entwickeln und umsetzen wollen, sondern in gesellschaftlicher Verantwortung einen Mehrwert generieren möchten.

Es geht darum etwas in die Welt zu bringen, mit dem sich alle Beteiligten zu 100% aufgrund von gelebten Werten identifizieren können. Unternehmerische Antworten dürfen sich natürlich auch lohnen. Das Ziel ist nicht ein Hobby oder ehrenamtliches Projekt zu betreiben, sondern auch vom eigenen Unternehmen leben zu können. Gutes und humanes Wirtschaften und betriebswirtschaftliches Wissen gehört also auch dazu, allerdings als „Enabler“ der Unternehmung und nicht als primärer Unternehmenszweck.

Ich habe selbst in den letzten 25 Jahren viele unterschiedliche Unternehmen auf mehreren Kontinenten gesehen und freue mich darauf, mein Wissen einzubringen, systemische Haltungen und Vorgehensweisen zu vermitteln und offen zu sein, was wir gemeinsam an Neuem entdecken.

Mit anderen Worten: Ich bin gespannt auf die gemeinsame Lernreise.
Hier geht es zur system worx project 1 Webseite: https://www.project1.system-worx.de/
Hier geht es zum YouTube Video: https://www.youtube.com/watchtime\_continue=24&v=LKZgHgwA2xI]

Zur Anmeldung für den Orientierungstag geht es hier: https://www.project1.system-worx.de/about

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Vor einigen Jahren habe ich einen Artikel zum Thema „Führung durch das Leben“ geschrieben. Ich verstehe diese Worte in zwei Bedeutungen: Einerseits geht es darum, das Leben zu führen, aber auch anzuerkennen, dass das Leben einen führt. Für mich ist seither die Erkenntnis, dass sich diese beiden Pole auf die Lebensführung nicht gegenseitig ausschließen müssen, sondern dass auch beides sein kann und darf. Lediglich die Dosis des einen und des anderen haben wir selbst nur beschränkt in der Hand.

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Since 2016 I host the INOC community. INOC stands for
International Organizational Development & Coaching.

But what is INOC?

It is a community of internationally minded professionals who want to net-work across boarders. We formed a core team, that continuously worked on the idea of a learning event rather than just another conference. For our event on November 10-11, we want to invite real participants and not only people who want to consume.

Everyone is invited who already is active in the field of OD & Coaching. This year we have three perspectives:

  1. Intercultural encounter: Of course, we want to use the fact, that we come from different cultural backgrounds. We let you experience state-of-the-art interventions to become a net-working group of professionals right in the beginning…
  2. Roots of Organizational Development: Our field of OD & organizational coaching has cultural based roots: We all work based on a heritage of different „schools“ from different national and therefore cultural backgrounds. Not only will we show these roots but we want you to **become more effective in your daily work** by being more aware of these roots and **learn from each other’s backgrounds**. We also invited **John Scherer** as an expert in this matter as a wonderful inspiring key note speaker.
  3. Return of the autocrats: This is a rather provocative and thought-provoking topic. We all see currently in society  but also in leadership or organizational worlds the rise of **autocratic or even dictatorial patterns**. Tackling them requires collective learning & intelligence. The question is, how to deal with these tendencies professionally and we will address these issues with a reflexive format…

If you are an internationally minded OD & coaching professional, we want YOU for these two days. Here is a video message for you:
https://youtu.be/5WLONsyXzn8

One last note: Our INOC network has no profit interests. We want network & learning. That’s why INOC is not a classic organization but an initiative of professionals. The cost for you as participants will help you to finance the expenses of the meeting itself but will not generate profit. We all carry our own travel expenses. We rather want to become a international movement without bureaucratic boundaries.

We also created a SLACK channel to get in touch with you even before the conference. Please join here: https://inocmeeting2017.slack.com/join/shared\_invite/MjEyMzgyMTk4MTk5LTE0OTk4NDY0NDEtZGJlYmE1NWQwZg

Now, I am looking forward to see you soon…

Here is the link to our INOC website & registration: http://www.inoc-network.org/portfolio/inoc-meeting-2017/

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Gerade heute war es in den Nachrichten: Der Uber-Chef und Gründer Travis Kalanick nimmt sich eine „Auszeit“. Er hat sein Unternehmen tief geprägt. Eine „Bad Boy“ Kultur sei entstanden. Er übernimmt die Verantwortung und geht. Für unbestimmte Zeit. Um den Tod seiner Mutter zu betrauern und „an sich selbst zu arbeiten.“ Ich möchte den Menschen nicht kritisieren. Ich kenne ihn nicht persönlich und wir haben mit Uber bisher keine geschäftlichen Kontakte. Das Beispiel macht aber die Auswirkungen und die Tragweite von Kultur deutlich, zeigt wie Schlüsselpersonen die Kultur prägen. Die Schlüsse und Maßnahmen, die Uber unternimmt zeugen aber davon, dass sie keine Erfahrung mit Kulturentwicklung haben. Mehr davon in diesem Artikel.

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Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs. Heute möchte ich euch auf eine besondere Veranstaltung unseres Partnerinstitutes isb in Wiesloch aufmerksam machen. Das Pionierlabor ist ein Forum von Praktikern für Praktiker.
Es steht unter dem Motto: „Wege bereiten und Kultur in fremden Gebieten entwickeln und integrieren.“ Euch erwarten im wunderbaren Winzerhof Rauenberg Projektbeispiele, Dialogformate und isb Kultur, sowie feines Essen mit einem Drei-Gänge-Menü am Freitag Abend (inklusive).
Das Pionierlabor findet am 14. & 15. Juli 2017 statt.
Hier geht’s direkt zur Veranstaltung: [https://www.isb-w.eu/de/entwickeln/projekte/isb\_pionierlabor.php]

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