Schlagwort: Zusammenarbeit

Zusammen-Arbeit

Ich betrachte meine Lebensaufgabe darin, für andere Lerngelegenheiten zu schaffen. Jeder Workshop jedes Seminar, jedes Coaching ist in der Art und Weise, wie gearbeitet wird ein Lernsetting. Bloß gut, dass ich auch von meinen Kunden lernen durfte. Dieses Goldstück verdanke ich einem Kommentar einer Teilnehmerin aus einem moderierten Managementworkshop zum Thema Kooperationskultur. Sie sagte sinngemäß:

Viele unserer Mitarbeiter im Unternehmen haben nicht das richtige Verständnis von Zusammenarbeit. Das Wort besteht nämlich aus 2 Worten: Zusammen und Arbeit.
Manche denken, dass sie zu jedem Schmarrn etwas sagen müssen und wenn sie noch nichts dazu gesagt haben, dann ist das alles auch nichts wert. Und viele gehen in Meetings, weil sie dann die Gelegenheit haben mitzureden. Dabei bewegt sich überhaupt nichts, weil nämlich keiner etwas wirklich arbeitet. Es ist sehr viel Dynamik und Bewegung in der Organisation. Der Laden brummt richtig, aber das Schiff bewegt sich keinen Millimeter weiter…

Ein starkes Bild am Wort „Zusammen-Arbeit“ sehr gut illustriert wie ich finde. Wir Berater bei System Worx behaupten ja von uns, dass wir Experten für Unternehmenskultur und Kooperation sind. Und an dieser Beschreibung gibt es aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen. Die Frage ist höchstens: Wie kommt man aus einem intensiven „Zusammen“ mit wenig echter Arbeit zu einem optimalen „Zusammen“ bei möglichst viel Output und maximaler Bewegung bei minimaler Zielabweichung? Mittlerweile bietet das komplette Agile Management klare methodische Antworten, die meist in einer strukturierten Einschränkung der Zieldiskussionen mündet. Nur indem man einem Management punktuell die Möglichkeit zum Eingreifen gibt, erhält man die Chance, dass überhaupt etwas entsteht, das dann iterativ weiterentwickelt wird.

Mein persönlicher Vorschlag um aus dem Aktionismus und dem Meetingwahn auszusteigen ist die Einführung eines Beitragmanagements im Unterschied zum projekthaften Managen von ToDos. Beim Beitragsmanagement werden Beiträge zur Zielerreichung gesammelt und bewertet. Es geht eben nicht nur darum die Trikots durchzuschwitzen, sondern Tore zu schießen. Dementsprechend sollte jede Handlung und Aktivität auf ihren Beitragscharakter geprüft werden. Viel Handlung bei Null Beitrag sollte dann entsprechend minimiert werden.

Ich hoffe das war ein inspirierender Beitrag für meine Leser 🙂

Ich habe ja immer wieder in meinem Blog etwas zum Thema Feedback geschrieben. Zuletzt zum Thema Feed-back und Feed-forward. Jetzt möchte ich dem ganzen noch eine Perspektive hinzufügen, die ich einem Teilnehmer eines meiner Dezemberseminare verdanke (Danke, Markus!). Wie wäre es denn, das Thema Feed-back einmal wörtlich zu nehmen. Dann heisst das auf Deutsch übersetzt „Zurück-füttern“. Es hätte damit auch etwas nährendes, stärkendes. Feedback wäre dann eine Gabe zurück an den der das Feedback bekommt. So kam am Ende meines letzten Seminars ganz viel zu mir zurück und ich gestehe, es nährt noch immer. Und motiviert mich für die nächsten male.

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Summerblogging

Ein Vorwort auf die kommenden Blogs:

In den letzten Monaten bin ich meinem eigenen Vorhaben etwas untreu geworden: Jeden Monat mindestens einen Blogartikel zu verfassen und zu veröffentlichen. Ich habe verfasst, aber einfach nicht veröffentlicht. Entweder waren mir die Texte noch nicht ausgereift genug, oder es fehlte mir schlicht ein passendes Foto (alle Bilder in meinen Blogs sind selbst fotografiert). In diesem Blogartikel möchte ich einmal über die letzten Monate reflektieren und einen Ausblick auf die nächsten Artikel geben mit so etwas wie einer Leseanleitung. Warum diese Arbeit so wichtig für mich geworden ist lesen Sie übrigens im Blogartikel „Sommerreflexion – Wie wollen wir leben?“

Erstaunlicherweise lag es diesmal nicht an meiner „Fokussierung“. Meine Freunde wissen: Ich spreche lieber nicht von Überlastung und ich habe mir angewöhnt in den Zeiten in denen meine ToDo-Liste nur noch Prio 1 Aktivitäten zeigt von „Multitasking“ auf reines „Singletasking“ zu umzuschalten. Das führt eben dazu, dass ich sehr fokussiert mein Leben lebe und sehr klar entscheide, was ich wann tue und anderes eben auch lasse um es zu anderen Zeiten zu tun – oder gar nicht. Die Strategie führt dazu, dass ich mich trotz meiner gerade sehr jungen Kinder (da kann jede Minute mal eines auftauchen um mir spontan eine andere Aufgabe zu geben 😉 ), gut fühle und produktiv bleibe (Blogartikel: „Meine Zenlehrmeister zu Hause“). Hinzukamen z.T. sehr herausfordernde Projekte, die für mich jedes für sich ein „Meisterstück“ darstellen, auf die ich auch wirklich im Rückblick stolz bin (Blogartikel: „Burnoutbekämpfung als Element der Organisationsentwicklung“). Zuletzt kamen dann meine internationalen Wochen in meinem Kalender auf mich zu, die ich im Herbst fortsetzen darf und die mir viel abverlangt aber auch sehr viel gegeben haben. Ich finde gerade die Arbeit im multinationalen Kontext in dieser Lebensphase sehr bereichernd. Die Perspektiven, die Verantwortliche in Organisationen auf ihr Unternehmen, ihre Kunden und Produkte, auf unterschiedliche soziale Umwelten und auf sich und ihre Familie haben unterscheiden sich grundlegend von eingeschränkten rein regionalen Sichtweisen (Blogartikel: Education vs. Learning). Die Globalisierung schreitet aus meiner Sicht nicht mehr voran – sie ist längst für jeden spürbar und hat großen Einfluss auf unseren Alltag. Der bewusste Umgang damit und die gelungene Art und Weise kompetent in den verschiedenen Lebenswelten in Dialog zu treten ist heute mehr denn je entscheidend. In Umgebungen in denen für viele Beteiligte Englisch als Fremdsprache zur Hauptmöglichkeit wird sich auszutauschen und Vereinbarungen zu treffen trotz kultureller Unterschiede, in diesen Umgebungen entsteht bei vielen Beteiligten eine Art übergeordnetes Verständnis für Zusammenhänge, die im regionalen Fokus nicht entstehen. Auch wenn diese Art der Arbeit eine besondere Art des inneren „Energiemanagements“ nötig macht um das auch körperlich gut zu bewältigen, so glaube ich ist diese Arbeit sehr sinnvoll und nützlich. Und die Entwicklung meines eigenen Unternehmens und der dabei beteiligten Menschen geht in großen Schritten in diesem Jahr weiter. Wir werden immer mehr zu einer Beratergemeinschaft, die viel mit einer Genossenschaft gemein hat. Jeder Schritt will aber gut abgewogen und gestaltet werden und wird uns auch im Laufe des Jahres noch viel Gedankenkraft und Gespräche kosten. Wir haben in diesem Jahr unsere eigene Tradition der Summerschool der gemeinsamen Strategieentwicklung unterworfen. Trotzdem haben wir neben unseren Sommerfest auch einen Tag gemeinsam gelernt zum Thema „Outdoorübungen für systemische Berater“. Unsere Kollegin Julia hat uns einen Tag im Hochseilgarten in Grünwald einige Übungen erläutert und uns nebenbei eine Teamentwicklung beschert (Blogartikel: „Die Natur macht’s möglich“). Und der Ausbau des Instituts in München als Zentrum für systemische Organisationsentwicklung schreitet auch voran (Blogartikel: „Übung macht den Meister“). Wir haben nun drei Kernprodukte in den letzten 12 Monaten entwickelt, die sowohl im Kontext des ISB Wiesloch entstanden sind, als auch aus dem Beraterkreis hervorgegangen sind und freuen uns, wenn diese in den nächsten Wochen auf den Markt kommen.

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