Kategorie: Selbstreflexion

Im Internet kursieren seit einiger Zeit sogenannte „Life Hacks“. Auf [Wikipedia] kann man nachlesen, dass es sich um „Lebens-Kniffe“ handelt, also einfache Regeln oder Verhaltensweisen, bei denen das Leben insgesamt einfacher wird. Als Systemiker gibt es für mich eine ganze Klasse von „Life Hacks“, die das Leben grundsätzlich und in wenigen Augenblicken verändern können, die sich auf die gelebte innere Haltung beziehen. Wer es schafft seine innere Haltung sich selbst und auch anderen gegenüber zu steuern, der kann das Leben selbst führen. Und weil mich die „Führung durch das Leben“ (Achtung, doppeldeutig!) schon immer sehr interessiert hat, hier ein Life Hack, der wahrscheinlich mehr als das, vielleicht sogar schon ein Life Style ist:

In Zeiten von Smart Phones, Facebook, Multitasking und Werbung überall, sind wir als Menschen (heraus-)gefordert, mit unserer Aufmerksamkeit zu haushalten. Und das zu Recht, denn Aufmerksamkeit steht uns zwar täglich neu zur Verfügung, aber in gerichteter Art und Weise nur endlich. Ist die direkte Aufmerksamkeit aufgebraucht, ermüden Menschen oder streben nach Ablenkung. Da sei die Frage erlaubt, wie ein Mensch dann in so einer Situation sein Smart Phone benutzt, denn wenn er in solch unbedachten Momenten quasi als Unterhaltung sich von den Reizen der kleinen Zeitsparbüchse leiten lässt, dann sorgt das dafür, dass der eigene Fokus verloren geht. Im übrigen kann man auch in Unternehmen (ich empfehle da am besten Konzernwelten) an bestimmten Arbeitsplätzen seinen Arbeitsrhythmus von den eingehenden Mails in der Inbox diktieren lassen. Anscheinend ist der Mensch in Zeiten der Digitalisierung auch nur dann modern, wenn er in allen sozialen Medien präsent und „always on“ für alle verfügbar ist. Für alle, denen in ihrem Leben etwas fehlt möchte ich einen anderen Vorschlag machen:

Wie wäre es, sich wieder in der Tiefe mit wesentlichen Themen zu beschäftigen? Ja, vielleicht haben wir das alle zuletzt während unseres Studiums gemacht. Da gab es auch noch keine Smart Phones. Ich erinnere mich an ganze Tage in der Universitätsbibliothek in Tübingen oder auch in Seattle, an denen ich mich voller Konzentration dem Studium von wesentlichen Themen förmlich hingegeben habe. Ja, am Ende ging es darum eine Prüfung zu bestehen, aber vorher stand die Absicht zu verstehen. Wie viel Zeit nehmen wir uns in Zeiten unablässiger Kommunikation und Open Offices uns wirklich wesentlichen Themen zu widmen? Was ich schon lange in mir spüre – den Drang und die Sehnsucht mich wirklich in interessante systemische Themen zu versenken und damit auch produktiv zu werden, z.B. durch Schreiben – wurde mir gerade erst wieder sehr bewusst. Und vielleicht unterscheidet uns Menschen diese Fähigkeit in der Tiefe fokussieren von den Maschinen um uns, die in Lichtgeschwindigkeit rechnen können. Mein Selbstversprechen für die nächste Zeit ist jedenfalls die, mir mehr Zeit von fokussierter Versenkung ohne Ablenkung zu erlauben und mich zeitweise von der Welt zu entkoppeln ohne mich davon zu verabschieden. Für mich ein Weg wesentlicher, inhaltsorientierter Produktivität. Der erste Schritt wird sein, mir für diese Zeit auch achtsam Ziele zu wählen, die den größten Sinn für mich ergeben und auch da nicht an der Oberfläche zu bleiben.
Was mich dabei übrigens mehr anregt und aufregt ist ein Buchtipp, den ich euch gerne weitergebe. Achtung, es ist ein amerikanisch-englisches Buch, deshalb ist es wahrscheinlich auch immer mal wieder *sehr* plakativ. Und das schmälert seinen Wert für mich überhaupt nicht.
Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World
Viel Erfolg bei euren eigenen Vertiefungsversuchen wünsche ich euch…

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Erst einmal möchte ich mich bei euch, meinen treuen Bloglesern entschuldigen: Ich hatte tatsächlich so etwas wie eine Blogpause von 2 Monaten. Eigentlich veröffentliche ich mindestens jeden Monat einen Artikel, wenn’s gut läuft, sogar jede Woche. Ich könnte jetzt etwas von Kreativpause erzählen, aber das stimmt nicht. Es gab einfach viel und wahrscheinlich auch sehr Wichtiges zu tun. Allerdings zählt für mich das Argument „dringendes“ und „wichtiges“ nicht so wirklich. Ich bin eher ein Freund von „Competing Commitments“.

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Aus aktuellen Anlässen möchte ich heute ein Thema anschneiden, das mich in den letzten Tagen sehr bewegt: Es sterben Menschen, die mit mir mehr oder weniger verbunden sind oder sie waren dem Tode so nahe, dass nicht mehr viel gefehlt hat. Irgendetwas hat mich ganz anders berührt als sonst:
Vielleicht ist es nur die Tatsache, dass sich einzelne Ereignisse besser verarbeiten lassen und ich fühle mich überwältigt von der Menge der schlechten Nachrichten.
Oder es ist die Dramatik und gefühlte Ungerechtigkeit, dass sogar Kinder in jungen Jahren elendig sterben, ohne dass sie werden konnten, was in Ihnen als Potenzial schlummerte und die Erwachsenen auf ihren guten Wünschen als abgewertete Illusionen sitzen bleiben.
Oder es ist die Angst vor dem Prozess des Sterbens, der sehr qualvoll von außen betrachtet sein kann.
Als Berater in Veränderungsprozessen bin ich gewohnt für Menschen Prozesse des Abschieds zu inszenieren. Meistens wartet dann auf der anderen Seite etwas Neues. Beim Sterben kann man da nicht sicher sein. Und selbst Gläubige entdecken bei einer Nahtoderfahrung ihren Unglauben und reagieren mit Angst und unbändigem Lebenswillen.
Im Mai veranstalten wir unseren Kongress „der Biographiefaktor“ in München. Ich hatte mir selbst als Referent und „Joker“ (quasi Ersatzmann) überlegt, welches Thema ich vorbereiten will. Heute ist es mir klar geworden: „Leben im Bewusstsein des Todes.“ Dieser doppeldeutigen Botschaft würde ich gerne im Andenken an einen lieben Freund meine eigene Interpretation verleihen und über die Bedeutung von Sinn im Prozess des Werdens und Vergehens referieren, Gedankenexperimente und Reflexionen anbieten, die mir in den letzten Tagen durch den Kopf gingen. Das Ergebnis? Ich zeigen wie ein Bewusstsein des Todes das Leben und den Lebensweg verändert und auf eine andere Art lebbar und gestaltbar macht. Am Ende geht es darum, im Leben nicht dem Tod zum Opfer zu fallen. Ein Workshop nicht nur für den Kopf, sondern für die Seele…

Es scheint ein Phänomen der letzten 10-15 Jahre zu sein, dass Burn-out in der heutigen Arbeitswelt immer mehr zugenommen haben. Oft wird das erklärt mit unmenschlichen Arbeitsbedingungen und Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte, die sie schlicht überfordern. Das kleine Buch von Byung-Chul Han ist mit seinen 70 Seiten eher ein Essay, der es in sich hat und einmal andere Perspektiven anbietet. An mancher Stelle lädt er dadurch zum Widerspruch ein, an einigen zum Nachdenken…

Müdigkeitsgesellschaft (Kleine Reihe)

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In my leadership seminars I try to create learning opportunities for my participants. But what is learning? Some managers think, learning is collecting tools and getting to know examples. There is of course some value in that.

But on the other hand this is just more of the same: Just another tool, just another example.

How about not adding more content to your inner hard drive but changing your own operating system?

How about if you knew what to do in order to really make changes happen?

How about your last off site meeting were you collected again many measures and activities and after half a year no one remembered almost anything? How about you then really leading a successful business AND private life no longer disconnected?

Well, that you only can learn by development. This requires mindful reflection rather than memorizing and repetition. It is just something different. As was last week’s great seminar. Thanks to everyone for the great joint effort and experience…