Kategorie: Persönliches

„Viele Menschen leben ihr Leben so, als ob sie noch ein Zweites im Schrank hätten.“ Ich weiß nicht mehr, ob dieser Satz Bernd Schmid zu zu ordnen ist oder einem seiner Lehrer Eric Berne.  Ich erinnere mich an einige Gespräche rund um dieses Phänomen mit meinen Kollegen und auch mit Bernd. Persönlich sehe ich gerade, was passiert, wenn Menschen bis in die letzten Lebensjahrzehnte hinein nach diesem Motto gelebt haben und plötzlich ein Ereignis auftaucht in Form einer raschen tödlichen Krankheit, mit der alles viel schneller als geplant ein Ende hat.

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Persönliche Weiterentwicklung in Professions-, Organisations- aber auch Privatwelten beschäftigt mich schon mein ganzes Leben. Für mich ist es sehr interessant zu lernen oder für andere Lerngelegenheiten zu schaffen. Für Organisationen ist Lernen von Mitarbeitern nicht nur Selbstzweck, sondern stärkt die Lebens- und Innovationsfähigkeit der Organisation. Und auch für gesellschaftliche Bezüge ist Lernen und Entwicklung enorm wichtig. Die Frage ist dann: Von wem kann man denn lernen? Ich selbst bin kein Mensch, der vollständig im Zen-Buddhismus aufgeht, sondern sich davon bei Gelegenheit wie von anderen Strömungen inspirieren lässt. Insofern entspricht mein Bild eines Zen Meistens vielleicht eher ein Stereotyp. Wenn ich ein „Jobprofil“ erstellen müsste, dann würde ich darin auflisten: Unendliche Übung, ein gewisses Lebensalter und Erfahrung, sowie ein Erleben der „Erleuchtung“. Was das mit meiner Privatwelt zu tun hat, erfahren Sie hier…

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Immer wieder nutze ich meinen Blog um mein Leben zu reflektieren und andere daran teilhaben zu lassen. Ein großer Teil nimmt dabei mein Berufsleben ein obwohl ich Beruf und Privat nicht strikt trenne. Das hat den großen Vorteil, dass ich mich nicht darüber ärgere, wenn das eine in das andere übergeht, d.h. ich verschwende meine geistige Kraft nicht darauf eine künstliche innere Grenze zu erzeugen, aufrecht zu erhalten oder zu verteidigen. Ich habe einfach besseres zu tun. Lange habe ich mit dem Gedanken gerungen vielleicht zu etwas beizutragen, das ich innerlich abwerte: Der 100ste Blog: Wer liest das? Gehen meine geistigen Ergüsse nicht im Nirvana des Internet unter und werden unter Milliarden von Artikeln bedeutungslos? Immer wieder bekomme ich aber virtuell und im richtigen Leben eine gute Resonanz auf meine Artikel. Und ich nehme mir immer für jeden Artikel konkrete Personen vor, für die ich schreibe. Das gute an Veröffentlichungen im Internet ist, dass jeder andere, den ein Artikel ansprechen könnte, auch mitlesen darf. Das wäre dann ein Nutzen ohne eine konkrete Absicht, also auf eine Art sogar doppelt gut.
Vor ein paar Wochen entdeckte ich ein Buch bei meinem Freund und Kollegen Thilo Leipoldt (seinen Blog finden Sie hier: http://blogs.system-worx.de/thilo_leipoldt/), das mich nicht nur sehr inspirierte und für mich und hoffentlich auch für einige meiner Klienten zu einem Wegweiser wurde, sondern eine weitere Antwort auf die Frage gibt: Warum es sich lohnt, einen Blog zu schreiben… In diesem Blogartikel finden Sie nicht nur die Antwort auf diese Frage, sondern meine Reflexion der letzten Monate in der Sommerpause…

Zunächst einmal die Quelle in ihrer ganzen Schönheit. Es handelt sich um das Buch von Peter Bieri mit dem Titel:
Wie wollen wir leben?

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ein neues herz

schaffe in mir gott ein neues herz
das alte gehorcht der gewohnheit
schaff mir neue augen
die alten sind verhext vom erfolg
schaff mir neue ohren
die alten registrieren nur unglück
und eine neue liebe zu den bäumen
statt der voller trauer
eine neue zunge gib mir
statt der gewaltverseuchten
die ich gut beherrsche
mein herz erstickt an der ohnmacht
aller die deine fremdlinge lieben
schaffe in mir gott ein neues herz
und gib mir einen neuen geist
dass ich dich loben kann
ohne zu lügen
mit tränen in den augen
wenns denn sein muss
aber ohne zu lügen

Auf die Authorin bin ich während eines Gottesdienstes gestossen. Es handelt sich dabei um Dorothee Sölle. Meinen Dank an Dominik für diese inspirierende Wahl.

http://www.dorothee-soelle.de/

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Ich weiß aus eigener Erfahrung: Es ist wichtig der eigenen Entwicklung Raum zu geben und sich mit dem zu beschäftigen, was werden will. Das ist nicht nur „nice-to-have“ sondern hat etwas damit zu tun, für sich und die Menschen mit denen man lebt und arbeitet Verantwortung zu übernehmen. Es gibt viel zu viele Beispiele dafür, was passieren kann, wenn Menschen ihren Entwicklungsimpulsen nicht nachgehen: Das eigene Leben fühlt sich fremd an, man findet sich in einem äußerlich perfekten Drehbuch wieder und hat doch das Gefühl im falschen Film zu sein. Für viele Zeitgenossen bleibt dann die Flucht in Konsum oder sie verlassen ihre Familien um sich mit einer jüngeren Freundin noch einmal richtig jung zu fühlen. Manche schmeißen den Vorstandsposten hin (für den sie eigentlich gut geeignet wären) oder verabschieden sich in den Burnout. Es gibt hier im Blog einige „Reihen“, z.B. die Coachingtipps. Mit diesem Artikel möchte ich eine neue Reihe starten: Die der Lebensthemen. Heute kommt hier der erste Artikel dazu: Mit seinen Grenzen befreundet sein.

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Räume haben Einfluss auf uns Menschen. Sie dienen uns als Container für alle möglichen Vorgänge. Es gibt Büroräume, die eher wie rechteckige Schachteln aufeinander getürmt sind. Geleitet ist das Design oft von praktischen Überlegungen: Wie einfach kann man diese Art der Räumlichkeit übereinander stapeln. Wieviele Hennen, pardon Mitarbeiter, kann man hineinstapeln, ohne dass sie sich beschweren und beim Gackern am Telefon nicht zu sehr die Kollegen stören. Es gibt Lebensräume in denen man sich aufhält und das Leben lebt – entspannt sein, zu Hause sein, sich selbst sein.

Und es gibt Begegnungsräume in denen Menschen sich menschlich begegnen. Für uns am Institut für Systemische Beratung in Wiesloch ist der Seminarraum im ersten Stock ein solcher Begegnungsraum geworden. Dort wird auf eine besondere Art und Weise gelernt, die viel mit der besonderen Art und Weise der menschlichen Begegnung zu tun hat. Diese Bedeutung hat mittlerweile Geschichte, ja und auch Tradition. Die Tradition hat vielen Menschen die Gelegenheiten für innere Reifungs- und Lernprozesse gegeben.

Ein solcher Raum zeichnet sich nicht unbedingt durch die Lerntechnologie aus, mit der er ausgestattet ist, sondern vor allem durch Atmosphäre.

Es wird eine spannende Frage sein, wie es gelingt, den Lernraum an unserem Schwesterinstitut mit diesem Geist zu beseelen. Wahrscheinlich transportiert sich dieses Wesen in Menschen. Ich freue mich darauf, wesentliche Begegnungen im Bereich Organisationsentwicklung und Change in München zu stiften.

Führung ist für mich ein elementares berufliches Thema. Ich darf mit Führungskräften arbeiten und fühle mich verantwortlich für Lernprozesse nach denen sich meine Teilnehmer ihren Führungsaufgaben wesentlich besser stellen können. Viel zu oft erlebe ich Unternehmen, die gerne von uns Trainern möchten, dass wir den Führungskräften sagen wie es geht und sie mit Rezepten vertraut machen. Oder noch besser: Unsere eigene Führungserfahrung einbringen. Ich habe von beidem eine Menge: Viele Rezepte, viel eigene Führungserfahrung. Und eigene Lernerfahrung, denn ich lerne heute noch, mache meine Fehler, bin nicht der perfekte Chef.

Der beste Lehrmeister aus meiner Sicht ist jedoch das Leben selbst, wenn man offen ist solche Lernerfahrungen zu akzeptieren und sie in sein eigenes Denken & Handeln einfließen zu lassen…

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Durch die Leistungsverdichtung im Alltag  reagieren wir Menschen sehr ökonomisch: Um im Alltag zu bestehen haben wir eine Chance: Wir lernen mentale Konzepte und Aktivitäten sehr stark zu automatisieren so dass sie irgendwann quasi nebenbei ablaufen. Schließlich drängt permanent neue Information auf uns ein oder wir sind ständig damit beschäftigt, die Welten in denen wir unterwegs sind nebeneinander aktiviert zu halten. Die eigentliche Leistung wird dann in unserem Vorbewusstsein oder gar unserem Unbewussten ablaufen. Damit schließen wir immer mehr das Fenster zu unserer Seele…

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