Kategorie: Persönliches

Direkt an Ostersonntag sind sie geboren: Die beiden neuen Sterne in meinem familiären Universum. Und ihre Ankunft hat sich 9 Monate lang angekündigt und war zuletzt einfach nicht mehr zu übersehen. Und wie es sich so mit der Geburt von Sternen auf sich hat, sind sie mit einem kräftigen Urknall ins Leben getreten…

Weiterlesen

Im Internet kursieren seit einiger Zeit sogenannte „Life Hacks“. Auf [Wikipedia] kann man nachlesen, dass es sich um „Lebens-Kniffe“ handelt, also einfache Regeln oder Verhaltensweisen, bei denen das Leben insgesamt einfacher wird. Als Systemiker gibt es für mich eine ganze Klasse von „Life Hacks“, die das Leben grundsätzlich und in wenigen Augenblicken verändern können, die sich auf die gelebte innere Haltung beziehen. Wer es schafft seine innere Haltung sich selbst und auch anderen gegenüber zu steuern, der kann das Leben selbst führen. Und weil mich die „Führung durch das Leben“ (Achtung, doppeldeutig!) schon immer sehr interessiert hat, hier ein Life Hack, der wahrscheinlich mehr als das, vielleicht sogar schon ein Life Style ist:

In Zeiten von Smart Phones, Facebook, Multitasking und Werbung überall, sind wir als Menschen (heraus-)gefordert, mit unserer Aufmerksamkeit zu haushalten. Und das zu Recht, denn Aufmerksamkeit steht uns zwar täglich neu zur Verfügung, aber in gerichteter Art und Weise nur endlich. Ist die direkte Aufmerksamkeit aufgebraucht, ermüden Menschen oder streben nach Ablenkung. Da sei die Frage erlaubt, wie ein Mensch dann in so einer Situation sein Smart Phone benutzt, denn wenn er in solch unbedachten Momenten quasi als Unterhaltung sich von den Reizen der kleinen Zeitsparbüchse leiten lässt, dann sorgt das dafür, dass der eigene Fokus verloren geht. Im übrigen kann man auch in Unternehmen (ich empfehle da am besten Konzernwelten) an bestimmten Arbeitsplätzen seinen Arbeitsrhythmus von den eingehenden Mails in der Inbox diktieren lassen. Anscheinend ist der Mensch in Zeiten der Digitalisierung auch nur dann modern, wenn er in allen sozialen Medien präsent und „always on“ für alle verfügbar ist. Für alle, denen in ihrem Leben etwas fehlt möchte ich einen anderen Vorschlag machen:

Wie wäre es, sich wieder in der Tiefe mit wesentlichen Themen zu beschäftigen? Ja, vielleicht haben wir das alle zuletzt während unseres Studiums gemacht. Da gab es auch noch keine Smart Phones. Ich erinnere mich an ganze Tage in der Universitätsbibliothek in Tübingen oder auch in Seattle, an denen ich mich voller Konzentration dem Studium von wesentlichen Themen förmlich hingegeben habe. Ja, am Ende ging es darum eine Prüfung zu bestehen, aber vorher stand die Absicht zu verstehen. Wie viel Zeit nehmen wir uns in Zeiten unablässiger Kommunikation und Open Offices uns wirklich wesentlichen Themen zu widmen? Was ich schon lange in mir spüre – den Drang und die Sehnsucht mich wirklich in interessante systemische Themen zu versenken und damit auch produktiv zu werden, z.B. durch Schreiben – wurde mir gerade erst wieder sehr bewusst. Und vielleicht unterscheidet uns Menschen diese Fähigkeit in der Tiefe fokussieren von den Maschinen um uns, die in Lichtgeschwindigkeit rechnen können. Mein Selbstversprechen für die nächste Zeit ist jedenfalls die, mir mehr Zeit von fokussierter Versenkung ohne Ablenkung zu erlauben und mich zeitweise von der Welt zu entkoppeln ohne mich davon zu verabschieden. Für mich ein Weg wesentlicher, inhaltsorientierter Produktivität. Der erste Schritt wird sein, mir für diese Zeit auch achtsam Ziele zu wählen, die den größten Sinn für mich ergeben und auch da nicht an der Oberfläche zu bleiben.
Was mich dabei übrigens mehr anregt und aufregt ist ein Buchtipp, den ich euch gerne weitergebe. Achtung, es ist ein amerikanisch-englisches Buch, deshalb ist es wahrscheinlich auch immer mal wieder *sehr* plakativ. Und das schmälert seinen Wert für mich überhaupt nicht.
Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World
Viel Erfolg bei euren eigenen Vertiefungsversuchen wünsche ich euch…

Enter your email address:

Delivered by FeedBurner

Ich weiss nicht, wie ihr Weihnachten verbracht habt. Ich möchte mein Weihnachtserlebnis in diesem Jahr einmal metaphorisch beschreiben, in einer anderen Art der Weihnachtsgeschichte:

Es begab sich also zu der Zeit, dass sich Menschen schon im September auf Weihnachten ausrichteten. Das macht sich zu diesem Zeitpunkt des Jahres vor allem dadurch bemerkbar, dass es im Spätsommer schon bergeweise Nikoläuse und Lebkuchen in den Supermärkten zu kaufen gibt. Im Prinzip beginnt da schon die Ernährungsumstellung, die das Gegenmodell der Bikini- oder Badehosenfigur zum Ziel hat.

Weiterlesen

Lieber Bernd,

hier schreibe ich einen offener Brief an Dich im virtuellen Beisein anderer. Es wird viel über Dich geschrieben: Über Dich und dein Lebenswerk. Mit 70 Jahren hast Du bezogen auf deine Leistung gleich mehrere Leben gelebt. Als Institutsgründer hast Du aus dem Schlosshof eine geistige Heimat gemacht, die mir als Vorbild dient. Du hast dort Menschen gebildet und beseelt und mindestens immer für Klarheit gesorgt. Und von dort hast Du immer wieder neue Bühnen erfunden und mit Leben und deiner Kraft belebt und für Vitalität der Beteiligten gesorgt.

Die Details für den Mitleser sind hier zu finden: http://isb-i.eu/berufsjubilaum-bernd-schmid-40-jahre-plus/

Ich möchte aber insbesondere zwei Fähigkeiten von Dir besonders würdigen und benennen.
Du führst das Leben eines Unternehmers und nicht eines Unterlassers. Ich spüre, dass es bei Dir immer darum ging, dafür zu sorgen, dass etwas Gutes und Nützliches in die Welt kommt. Das ist sowohl Fähigkeit, als auch Haltung und bringt die Welt nach vorne. Auch in größeren Bezügen und hoffentlich noch für lange Zeit.

Und dann ist da der Bernd, der im kleinen Kreise für alle sorgt, so dass einfach alle das haben, was sie brauchen. Wenn wir bei Dir arbeiten und auch feiern durften, dann hast Du dich immer zurück gehalten und nach dem Rechten gesehen (gut, es gab vielleicht einmal eine Ausnahme, die für immer verschwiegen wird…). Überhaupt: Nach „dem Rechten sehen“ ist auch ein guter Ausdruck für Dich, der meint: Nach dem Stimmigen Ausschau halten und es herstellen.

Danke für deine Gedanken und unternehmerischen Kräfte und dein Vorbild. Ich freue mich darauf, mit vielen Weggefährten deinen Geburtstag feiern zu dürfen.
Ich verdanke Dir meinen heutigen Berufs- und Lebensweg.

Markus

Aus aktuellen Anlässen möchte ich heute ein Thema anschneiden, das mich in den letzten Tagen sehr bewegt: Es sterben Menschen, die mit mir mehr oder weniger verbunden sind oder sie waren dem Tode so nahe, dass nicht mehr viel gefehlt hat. Irgendetwas hat mich ganz anders berührt als sonst:
Vielleicht ist es nur die Tatsache, dass sich einzelne Ereignisse besser verarbeiten lassen und ich fühle mich überwältigt von der Menge der schlechten Nachrichten.
Oder es ist die Dramatik und gefühlte Ungerechtigkeit, dass sogar Kinder in jungen Jahren elendig sterben, ohne dass sie werden konnten, was in Ihnen als Potenzial schlummerte und die Erwachsenen auf ihren guten Wünschen als abgewertete Illusionen sitzen bleiben.
Oder es ist die Angst vor dem Prozess des Sterbens, der sehr qualvoll von außen betrachtet sein kann.
Als Berater in Veränderungsprozessen bin ich gewohnt für Menschen Prozesse des Abschieds zu inszenieren. Meistens wartet dann auf der anderen Seite etwas Neues. Beim Sterben kann man da nicht sicher sein. Und selbst Gläubige entdecken bei einer Nahtoderfahrung ihren Unglauben und reagieren mit Angst und unbändigem Lebenswillen.
Im Mai veranstalten wir unseren Kongress „der Biographiefaktor“ in München. Ich hatte mir selbst als Referent und „Joker“ (quasi Ersatzmann) überlegt, welches Thema ich vorbereiten will. Heute ist es mir klar geworden: „Leben im Bewusstsein des Todes.“ Dieser doppeldeutigen Botschaft würde ich gerne im Andenken an einen lieben Freund meine eigene Interpretation verleihen und über die Bedeutung von Sinn im Prozess des Werdens und Vergehens referieren, Gedankenexperimente und Reflexionen anbieten, die mir in den letzten Tagen durch den Kopf gingen. Das Ergebnis? Ich zeigen wie ein Bewusstsein des Todes das Leben und den Lebensweg verändert und auf eine andere Art lebbar und gestaltbar macht. Am Ende geht es darum, im Leben nicht dem Tod zum Opfer zu fallen. Ein Workshop nicht nur für den Kopf, sondern für die Seele…

Die Fachwelt der Systemiker zu der ich mich zähle hat vor einigen Tagen einen großartigen und sehr prägenden Vertreter verloren: Prof. Peter Kruse starb im Alter von 60 Jahren an einem Herzversagen, anscheinend sehr unerwartet. Ich erinnere mich an so viele Impulse und Perspektiven, die in meine tägliche Beratungsarbeit als Organisationsentwickler eingeflossen sind, gerade weil sie nicht nur messerscharf analytisch, sondern auch auf seine besondere Art humorvoll vorgetragen wurden.

Er hat damit ein Feld geprägt und Menschen meiner (jüngeren) Generation viele Wege und Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt, ohne die Stolpersteine zu vernachlässigen. Auch wenn ich ihm nur ein mal persönlich begegnet bin, so hat er viele meiner eigenen Projekte auf eine Art positiv beeinflusst. Eines seiner letzten inspirierenden Themen war: Arbeit und Führung im Wandel. Ein Blick in das Youtube Video lohnt sich: https://www.youtube.com/watch?v=dst1kDHJqAc&feature=youtu.be

Weitere Infos zu seinem Ableben sind hier auf der Webseite seiner Beratungsfirma zu finden: http://www.nextpractice.de/

Ich werde diesen Menschen mit dem ungewöhnlichen Lebenslauf, seinem Drive und der hohen Motivation die Welt anders und systemischer zu ordnen und den vielen Ideen und Konzepten vermissen.

Mental Warm-Up

Sitting in this plane, I find myself in a well-known state of mind, that is closely linked to the traveling activity. This time, it took 2 hours longer due to a delay at Munich airport, but it gave me an unplanned opportunity to find out something important about myself: Traveling has an important function:

it gives me the chance for a mental warm-up. I mean, I do work with leaders on a daily basis, and I am „living“ and experiencing all the concepts that I teach others. But still, it is great to find time for mental images about how I will work an interact during the next days. It always is a challenge to not know the participants before an event, so it is even more important for me to picture myself. And in this case my phantastic colleagues from the customer organization that I enjoy working with. I think of myself more of as an actor, finding into my role although I never ‚play‘.

Well, in the old days, computers used to ‚boot‘. Most of the time, they don’t do this anymore. I do it as a mental habit and to get familiar with the useful part of my professional inner resources that I am going to use. So it is becoming a new and better functioning version than always telling good old stuff. So I find myself being very curious about my adventures with a new group of participants…

Das war ein Ausspruch meiner Tochter, der mich einfach mal ziemlich verblüfft hat. Dass eine bald 4-jährige zu so einer Reflexion fähig ist finde ich grandios.

Natürlich hat sie recht: Ich bin als Vater häufig damit beschäftigt, einzuschätzen ob sie bestimmte Dinge kann oder nicht. Ob es sich um die Bewältigung eines Klettergerüstes handelt oder ob das Eis ohne Geschlabber in den Mund passt oder auch die Verkehrssituation zu einer kleinen Verkehrsteilnehmerin mit Laufrad passt, ja, auf diese Einschätzung verwende ich oft meine Aufmerksamkeit. Dabei lasse ich allerdings manchmal (wie in der Situation in der sie mir diese Analyse zum Besten gab) außer Acht, dass sie sich ja ständig weiter entwickelt! Es vergeht keine Woche (und wenn ich genau nachsehe kein Tag) ohne Entwicklung. Woran bemerke ich, dass sie es nicht kann oder nicht kann? Oder vielleicht ist sie damit beschäftigt es zu lernen, aber kann es einfach nicht so wie ich das erwarte? Dieser Satz macht mich noch ganz anders nachdenklich. Zwar sind meine Mitarbeiter und Kollegen nicht meine Kinder, aber sie entwickeln sich auch. Kann ich können von nicht können wirklich auseinander halten? Und vielleicht lohnt es sich, dazu im Kontakt und Dialog zu sein…