Markus Schwemmle's Blog

Systemisch arbeiten & leben

„Nährendes“ Feedback zum Jahreswechsel?

Posted on | Dezember 31, 2015 | No Comments

Ich habe ja immer wieder in meinem Blog etwas zum Thema Feedback geschrieben. Zuletzt zum Thema Feed-back und Feed-forward. Jetzt möchte ich dem ganzen noch eine Perspektive hinzufügen, die ich einem Teilnehmer eines meiner Dezemberseminare verdanke (Danke, Markus!). Wie wäre es denn, das Thema Feed-back einmal wörtlich zu nehmen. Dann heisst das auf Deutsch übersetzt „Zurück-füttern“. Es hätte damit auch etwas nährendes, stärkendes. Feedback wäre dann eine Gabe zurück an den der das Feedback bekommt. So kam am Ende meines letzten Seminars ganz viel zu mir zurück und ich gestehe, es nährt noch immer. Und motiviert mich für die nächsten male. Und gerade komme ich aus einem Vorbereitungstermin, der ebenfalls viel Feed-back im eigentlichen Sinne enthielt. Natürlich ist bei Feedback auch nicht verboten Themen zu benennen, die weiter ausgearbeitet oder verändert werden können. Trotzdem ist die Würdigung von Arbeit und Engagement im besten Sinne etwas, das über ein vereinbartes Honorar hinaus geht. Denn Arbeit ist (mir) vor allem auch ein Herzensthema und nicht nur ein Mittel zum Geld verdienen. Wenn ich das auf andere übertrage, dann stelle ich mir schon die Frage, wie viel Zeit wir uns dafür nehmen auf der Ebene der Anerkennung (für die Leistungen und Produkte eines Menschen) und Beachtung (für den Menschen an sich). In dem Zusammenhang finde ich Feedbacks die mit den Worten („mir fehlt hier…“) wenig nährend und zeigen lediglich ein eigenes Bedürfnis auf, ohne sich auf den anderen und seine Leistung zu beziehen. Manchmal ist es auch Ausdruck einer Konsumentenhaltung (im Sinne von: „Mir steht hier was zu und das bekomme ich nicht“). In erfolgreichen, nachhaltigen Beziehungen (kommt aus der Eheforschung) ist die Rate von positivem (nährendem) Feedback zu Kritik nicht weniger als 4:1. Alles andere führt oft langfristig zu Trennung oder zumindest innerer Distanzierung. Für alle, denen also an guten Beziehungen etwas liegt: Was gibt es positiv zurück zu füttern oder ist der erlebte Mangel schon so weit, dass eine Trennung in Betracht gezogen werden sollte?
Oder was gibt es, das nährt und nützt in einer Beziehung? In dem Zusammenhang finde ich auch immer wieder das Thema Schuld und Verantwortung wichtig. Jemand, der auch für das emotionale Miteinander z.B. einer Arbeitsgemeinschaft Verantwortung übernimmt, sollte sich die Frage stellen, wie er bei der Verursachung von negativen Auswirkungen zur Wieder-gut-machung beitragen kann . Denn sich nur mit einer Entschuldigung aus der Verantwortung zu ziehen und dann so weiter zu machen als wäre nichts geschehen (zer)stört Beziehungen nachhaltig.

Hier ein paar wesentliche Leitfragen zur Jahreswende:

  • Welche Beziehungen gilt es im folgenden Jahr 2016 gut zu gestalten und zu nähren?
  • Wo muss sich ein Partner an der Nährung der Beziehung auch beteiligen, damit das Geben und Nehmen fair und ausgeglichen ist?
  • Welche Konsequenzen werden nötig, um sich einem Ungleichgewicht nicht (mehr) auszusetzen?
  • Wie kann das besprochen werden?
Enter your email address:

Delivered by FeedBurner

Comments

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

RSS Feed abonnieren

Suche

Empfohlene Seiten

Admin