Was macht "Soziale Unternehmer" aus?

Es ist interessant, wie manche Begriffe unser Denken prägen und auch den Zeitgeist bestimmen. Gerade kommt mir der Begriff der „sozialen Unternehmer“ vor die Augen. Dabei könnte man davon ausgehen, dass diese Menschen etwas „besonderes“ sind und sich mit ihrer Arbeitskraft der Fantasie hingeben, sie würden einen besonderen kulturellen Beitrag liefern, der mit einer extra Portion Sinn verknüpft ist. Das Problem mit diesem Begriff liegt in der Annahme, dass die anderen dann einfach keine sozialen Unternehmer seien. Wenn man da noch eins oben drauf setzt könnte man jedem anderen Unternehmer unterstellen, das es den „Normalos“ nur um’s Geld geht. Es gibt in meinen Augen kein Projekt ohne soziale Auswirkungen. Sie entbindet niemanden von der Verantwortung, immer auch diese Seite von Aktivitäten mit zu denken und mit zu gestalten. Jedes Projekt, jede Tätigkeit hat kulturelle Auswirkungen oder auch die Chance die Kultur zu verbessern. Ich behaupte wirklich: Jedes Projekt. Ich durfte in meinem Berufsleben sowohl als Manager und natürlich auch als Berater in den letzten Jahren an unangenehmen Veränderungsprojekten oder „Restrukturierungen“ mitwirken und fand in jeder dieser Aktivitäten Möglichkeiten auch sozial einzuwirken. Übrigens: Die finanzielle Seite außer Acht zu lassen ermöglicht keinem noch so sozialen Unternehmer auf Dauer die Fortsetzung seiner Tätigkeit. Mir scheint es so, als wären wir damit alle soziale Unternehmer. Vielleicht entscheiden sich manche nur dafür, auf dieser Seite eine größere Wirkung zu erzielen als andere…

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