Kein zweites Leben im Schrank…

„Viele Menschen leben ihr Leben so, als ob sie noch ein Zweites im Schrank hätten.“ Ich weiß nicht mehr, ob dieser Satz Bernd Schmid zu zu ordnen ist oder einem seiner Lehrer Eric Berne.  Ich erinnere mich an einige Gespräche rund um dieses Phänomen mit meinen Kollegen und auch mit Bernd. Persönlich sehe ich gerade, was passiert, wenn Menschen bis in die letzten Lebensjahrzehnte hinein nach diesem Motto gelebt haben und plötzlich ein Ereignis auftaucht in Form einer raschen tödlichen Krankheit, mit der alles viel schneller als geplant ein Ende hat. Ich werde Zeuge von der Reue und dem Wunsch, ganz schnell noch etwas nachzuholen. Es werden alte Beziehungen gekappt, die schon lange hinderlich waren.  Es ist schon frappierend, was passiert, wenn der Heimweg der Seele eine schnelle Abkürzung nimmt, die so nicht geplant war.  Ich merke selbst bei mir, wie oft ich der Täuschung unterliege, dass bestimmte Dinge einfach später nachgeholt werden können. Für mich ist die Erkenntnis dieses Monats, mir immer wieder vor Augen zu halten, dass dem einfach nicht so ist.  Auch wenn das Leben Rhythmen in Form von Jahren hat, so gleicht kein Jahr dem anderen. Ich will nicht sagen, dass man sein Leben nicht strategisch führen soll. Ich glaube auch dass es wichtig ist sich immer wieder Bilder von der eigenen Perspektive zu machen. Vielleicht sogar viel öfter, als wir das üblicherweise machen. Ich finde nur, daß es sich nicht lohnt zu lange in einem Zustand zu verharren, dessen Verheißung irgendwann sehr viel später eintreten wird oder auch nicht. Am besten ist jeder Tag recht gelebt. Gerade die Vorgänge in diesen Zeiten zeigen mir, wie wichtig es ist, jeden einzelnen Tag wert und sinn-voll zu verbringen. Dazu gehört auch mit sich sehr achtsam umzugehen.  Wie oft enden Tage mit der Erkenntnis, zu wenig getrunken, zu viel und schlecht gegessen und sich nicht bewegt zu haben. Das allein sollte doch schon Anlass zum Umdenken geben. Die Verschwendung von Aufmerksamkeit an unnütze Dinge nimmt durch Werbung und die vielen Annehmlichkeiten des modernen Lebens mit ihren Formen elektronischer Verwirrungen dann manchmal auch sehr überhand.  Mittlerweile habe ich gelernt, mich wirklich sehr selektiv und mithilfe einiger Helfer auch relativ fokussiert und ungestört im Internet zu bewegen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich viele Menschen in den Weiten des elektronischen Universums so verlieren, dass sie nicht mehr wissen wie man mit anderen sich wesentlich begegnen kann

Am Ende dieses Blogartikels steht eine für mich im Moment sehr wichtige Leitfrage: War dieser Tag von mir so gelebt, dass er dem Tag mit all seinem Potential schon nahe kam oder war ich heute weit weg? Wie möchte ich in diesem Bewusstsein morgen verbringen?

Man kann dabei kein richtiges Leben im Falschen führen. Man kann nur richtig leben…

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