Rückschau Symposium 2015 – Der Seele nach Denken

Jetzt ist er da und online: Der Film zum Symposium 2015. Für alle die das noch nicht kennen: Jedes Jahr veranstalten wir einen Kongress bei dem Kollegen für Kollegen systemische Interventionen zum direkten Lernen und Ausprobieren in Workshops anbieten. Die wertschätzende Lernkultur und die Möglichkeit sich zu vernetzen sind wesentliche Elemente. Und wir organisieren immer eine Keynote als Abschlusshighlight der Veranstaltung bevor das Abendessen beginnt. In diesem Jahr hat uns Dr. Lothar Malkwitz auf eine Reise mitgenommen: Der Seele nach Denken. Jetzt könnte mancher Leser denken, dass sich da ein Schreibfehler eingeschlichen hat, aber es ist wirklich so gedacht wie es geschrieben steht: Mit einem großen „D“. Lothar Malkwitz hat eines geschafft: Uns alle nach-denklich werden zu lassen und uns unseren eigenen Seelen näher sein zu lassen… Eine Reflexion dazu in diesem Blogartikel…

Der Titel „der Seele nach Denken“ ist eigentlich nur die halbe Wahrheit. Kein Mensch kann sich auf das reine Denken beschränken, wenn er versucht in Kontakt mit seiner Seele zu kommen. Denken hat eher drei Funktionen dabei: Den Impuls zur Selbsterforschung zu liefern, das Halten des Fokus auf sich selbst zu ermöglichen und der Versuch einer Beschreibung der inneren Vorgänge zu wagen. Übrigens möchte ich alle Skeptiker darauf hinweisen, dass wir tatsächlich alle so etwas wie eine Seele haben. Selbst harte Verfechter der These, dass der Mensch nur eine biologische Denkmaschine sei, werden im Laufe ihres Lebens von der Tatsache überrascht, dass innere Strebungen auftauchen, die sie daran hindern ihr Leben „einfach so“ weiterzuleben. Wenn seelische Strebungen im Leben eines Menschen ohne Tradition eines Selbstbezuges auftauchen entsteht große Unsicherheit: „So kenne ich mich gar nicht…“ ist dann zu hören oder auch „es ist irgendwas mit mir nicht in Ordnung“. Vielleicht sogar ganz objektiv, denn wenn die Seele nicht gehört wird, kann sich das auch auf anderen Ebenen auswirken. Die geistige Leistungsfähigkeit sinkt, „es“ geht einfach nicht mehr und der Körper entwickelt Symptome, die nicht mehr zu übersehen sind. Ich behaupte: Jede Erkrankung hat auch psychische Anteile.

Die Selbstverachtung ist in diesen Zeiten ein weit verbreitetes Phänomen: Wir streben nach Leistung, werden danach bezahlt oder belohnt. Wer nichts leistet ist nichts wert, wird nicht gesehen. Und weil die Leistung meines Kollegen oder Mitbewerbers vielleicht an der einen oder anderen Stelle „besser“ oder „mehr“ ist, sind viele von uns damit beschäftigt nach innen uns selbst und nach außen die anderen abzuwerten. Uns selbst um uns zu immer mehr anzutreiben und die anderen um anschließend noch halbwegs gut selber da zu stehen. Eine Unkultur der Mißachtung hat sich da etabliert. Es geht bei seelischen Vorgängen, die im Alltag weitgehend unbewusst ablaufen nicht um Leistung. Die Seele tut was sie tut. Man kann sie nicht antreiben. Sie ist was sie ist.

Man kann sie aber vor allem durch einen Vorgang für sich gewinnen und nutzbar machen: Durch Beachtung. Wir werden von Anfang an dazu erzogen in der äußeren Welt unsere Rolle einzunehmen: „Heul nicht, mach den Mund zu, sei still, beeil Dich…“ Das schafft man als Kind nur, wenn man es lernt sich von seinen inneren Impulsen zu distanzieren. Später wird man dann immer mehr belohnt. Das dressierte Tier sitzt dann artig am Tisch, nickt wissend und weiss sich gewählt auszudrücken. Da könnte der eine oder die andere auf die Idee kommen, dass es sowas nicht gibt – vielleicht sogar nicht geben darf, weil das Leben wie es gelebt wird nicht mehr aufrecht erhalten werden kann, wenn sich die Seele durchsetzt. Besonders tragisch finde ich die Fälle wo das Leben sich erst an dessen Ende wieder durchsetzen kann und sich dann die Erkenntnis breit macht, dass es vollkommen anders hätte gelebt werden sollen. Dabei hätte es auch anders gehen können indem frühzeitig gelernt wird nach innen zu hören. Bestandteil der schulischen Ausbildung ist das allerdings nicht.

Lothar Malkwitz hat für uns ein Fenster geöffnet unseren Seelen nach zu Denken. Und er hat uns eine Anleitung hinterlassen mit Leitfragen. Sie stehen in unserer Mediathek zum Download zur Verfügung. Viele eigene Erkenntnisse wünsche ich jedem, der sich auf den Weg macht: Zu sich selbst:

http://blogs.system-worx.de/unternehmen/ruckschau-symposium-2015/

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