Mut zur Fairness und Gerechtigkeit im Business

Werte wie Fairness und Gerechtigkeit sind keine Selbstverständlichkeit und brauchen immer wieder Kraft und Erneuerung. Aus diesem Grund finde ich auch dieses Angebot ansprechend. Spannend finde ich die systemische Wirkung, die ich hier ein wenig beleuchten will…Der Anspruch ein Gerät zu entwickeln, das in allen seinen Teilen „fair“ entstanden ist, ist nach eigenen Angaben der Hersteller des fairphone an sich unmöglich. Es ist kaum mehr zu verfolgen wo die Rohstoffe für die Produktion wirklich her kommen und trotzdem ist es nicht unmöglich wie die Stiftung „fairphone“ zeigt: http://www.fairphone.com/

Letztendlich zeigt das Unternehmen, dass es in erster Linie auf die Gestaltung der Beziehungen zu den Lieferanten in der gesamten Prozesskette ankommt und das entspricht einem wichtigen systemischen Prinzip: Ein System ist nicht gekennzeichnet durch die Fähigkeiten von einzelnen Systemelementen, sondern durch die Art der Beziehungen. Dass dabei vordergründig auch „nur ein weiteres Smartphone“ herauskommt sollte nicht über die Wirkung hinweg täuschen. Angenommen, es wären alle Beteiligte an der Entstehung des Produktes fair entlohnt und mit guten Arbeitsbedingungen ausgestattet. Angenommen der Kunde muss das nicht mit einem Aufschlag bezahlen (das Gerät ist wesentlich günstiger als die Highend Varianten von Apple und Samsung und kann sich im Funktionsumfang sehen lassen). Angenommen die wahrgenommene Verantwortung der Produzenten hört auch mit der Ende des Lebenszyklus nicht auf, sondern sie können sogar noch gewinnbringend und im Sinne von Kundenbindung aus den Endgeräten wieder Rohstoffe gewinnen und im Kreislauf wieder verwenden. Angenommen dieses Modell macht Schule, dann würde insgesamt durch diese Art des verantwortlichen Wirtschaftens eine Verbesserung der Lebensbedingungen sowohl auf der Seite der Produzenten als auch auf der Seite der Kunden eintreten, d.h. im Gesamtsystem. Ich finde, diesen Anspruch an Ausgewogenheit sollte gutes Wirtschaften haben. Was mich dabei sehr nachdenklich stimmt ist die Aussage der Produzenten als Antwort auf die Frage: Warum ihnen das eher gelingt als den finanzschweren Platzhirschen wie Apple oder Samsung. Die Antwort ist ernüchternd wie erhellend: Sie müssen keinem „Shareholder“ versprochene Gewinne abgeben und eine große Organisation am Leben halten. Meine These dazu ist: Eigentum sollte mehr mit der Verpflichtung einhergehen sich auch darum kümmern zu müssen. Eine Aktie zu kaufen ist leicht. Dann nur darauf zu warten, dass andere mit ihrer Leistung daraus was machen werden ist ein schönes Versprechen, bringt uns aber als Verantwortungsgemeinschaft auch nicht weiter…

Für weitere Quellen hier noch ein Link zu einem Artikel der Süddeutschen, den ich dazu auch ganz wertvoll finde:

http://www.sueddeutsche.de/digital/gerechtes-smartphone-das-kann-das-fairphone-1.1690428

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