Schwarmdummheit vs. Schwarmintelligenz – Das Symposium 2013 kommt bald

Auf dem Fußballplatz kann man es beobachten: Echtes Teamwork führt zu Ergebnissen. Das Gegenteil kann mal leider auch beobachten: Wenn nur wenige denken „oh nein, es wird böse enden“ hat das einen Einfluss auf die ganze Mannschaft – so geschehen beim legendären 4:4 gegen Schweden. Mein Kollege und Freund war im Stadion. Die kollektive Fassungslosigkeit breitete sich auf alle Besucher aus. Sogar die Schweden hatten nicht wirklich etwas zu jubeln. Was hat das mit unserer Lernveranstaltung für professionelle systemische Beraterinnen und Berater am 12. Januar 2013 zu tun? Lest es hier…

Es wird ja viel geschrieben und gesprochen. Gerade wenn es um Fußball geht ist jeder der bessere Experte. Im Zweifelsfall der Niederlage (oder hier eines dramatischen Unentschiedens) ist der Trainer schuld und muss gehen. Auch das Thema Schwarmintelligenz war einige Zeit ein In-Thema in der Management-Szene und wie es manchmal so ist: Das Pendel schwingt in die Gegenrichtung und der Begriff Schwarmdummheit wird populär.

Meines Erachtens führen beide Begriffe ins Aus. Sie legen nahe, der Mensch sei, sobald man ihn in eine Gruppe steckt per se intelligenter als die Summe der Einzelteile oder entsprechend weniger intelligent. Das ist nicht der Punkt, denn aus meiner Sicht zeigen sich Menschen in Gruppen genau so dumm wie auch intelligent. Es ist weder das eine noch das andere angelegt. Über die unterschiedlichen Häufigkeiten kann man sich streiten und auch genau so falsche Schlüsse ziehen. Das Phänomen bleibt auf beiden sichtbar bestehen.

Aus systemischer Sicht kann man sich nun fragen: Gibt es Kontextbedingungen, die den einen Zustand der Schwarmintelligenz fördern oder behindern? Und die Antwort muss lauten: Ja, die gibt es! Am Beispiel unserer Nationalmannschaft ist das schön zu sehen. Wie wäre das Spiel wohl ausgegangen, wenn sich in diesem Team eine zieldienliche Lernkultur etabliert hätte? Die Mannschaft ging sehenden Auges in ein Unentschieden aus einer Vorleistung von 4:0. Auf dem Platz hatten sie den Schweden nichts entgegen zu setzen. Sie sind kollektiv erstarrt. Kein Lernen aus den Vorgängen sichtbar. Jetzt ist das auf dem Platz selbst vielleicht auch schwer umzusetzen könnte der eine oder andere sagen. Ja, ein Stuhlkreis und eine Teamsitzung mit kollegialer Beratung hätte mitten auf dem Platz einfach doof ausgesehen. Aber das sind Kulturelemente, die man zum Lernen nicht unbedingt braucht. Die innere Einstellung des sich gemeinsam für ein Thema (in diesem Fall das Spiel) zu interessieren und aus den beobachtbaren Vorgängen Schlüsse zu ziehen ist entscheidend. Dann genügen oft wenige Worte. Das sich aufeinander beziehen auch und gerade in kritischen Situationen wird zum wesentlichen Erfolgsfaktor. Wer das Spiel genau beobachtet hat, der wird sehen, dass die letzten 30 Minuten ganz wenig Bezug aufeinander genommen wird. Das Spiel wurde in der Mannschaft quasi anonymer. Man konnte oder wollte sich nicht mehr so sehr in die Augen sehen. Vor Scham oder Schuldgefühlen. Wenn gesprochen wurde, dann eher im Sinne von geschriehenen Anweisungen. Keine Lernkultur auf dem Platz.

So, spätestens jetzt ist jedem klar, warum unser Symposium am 12. Januar 2013 etwas völlig anderes sein wird. Wir pflegen seit Jahren in einem erweiterten Kollegenkreis der Peergroup München gemeinsames voneinander und miteinander Lernen. Auf dem kommenden Kongress werden wir das auf jeden Fall wieder tun. Es kommen wieder bis zu 150 Teilnehmer zusammen um in einer wertschätzenden Lernkultur von und mit Kollegen interessante Themen zu vertiefen. Dieses Miteinander ist aus meiner Sicht einzigartig, denn es ist erlebnisorientiert (jeder soll auch immer etwas ausprobieren können) und auf Augenhöhe (niemand hält sich für den besseren Experten, sondern möchte eine Lerngelegenheit bieten).

Ich freue mich besonders, dass mein langjähriger Mentor Dr. Bernd Schmid den Weg nach München findet um uns in seinem Key Note Vortrag in die Arbeit mit inneren Bildern einzuführen.

Für den kommenden Kongress haben auch wir gelernt. Wir haben das Feedback aus den vergangenen Jahren ernst genommen und den Tagungsort verändert: Wir sind nun mitten in der Stadt München und damit für jeden mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Ihr findet hier alle Informationen zum Symposium 2013

Und als „Warm-up“ habe ich endlich wieder die Gelegenheit mit meinem langjährigen Freund und Kollegen  Jaakko Johannsen den Vorkongress zum Symposium durchzuführen mit dem Titel:

Change the change: Veränderungsvorhaben beschleunigen – Den „Agilen Ansatz“ in der Organisationsentwicklung erleben.

Ich freue mich schon auf vielfältiges und vielschichtiges voneinander und miteinander lernen, denn ich glaube, nur das macht die Welt ein wenig besser.

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