Markus Schwemmle's Blog

Systemisch arbeiten & leben

Für die Tonne: Der Change mit dem Big Bang

Geschrieben am | 23. September, 2016 | Keine Kommentare

Es ist so verlockend: Jetzt hat sich die Organisation und deren Mitglieder über Jahrzehnte an die Art und Weise des Umgangs miteinander, an die Kunden, an das sogenannte Geschäft gewöhnt und dann geht es irgendwie nicht mehr so weiter. Neue Technologie muss her, Downsizing, Rightsizing, Outsourcing, Offshoring oder was auch immer gespielt wird. Der neue Vorstand will zeigen, dass es jetzt ernst gemeint ist und richtig gemacht wird. Das Fachkonzept der Fachberater hat schließlich auch schon bisher 3 Millionen Euro gekostet. Da kann der Change an sich auch nicht ganz billig sein. Am besten mit Ultragroßgruppen, Top-Down-Workshops und einer Change Story, die ganz ausgefeilt den Sense of Urgency rüberbringt, am besten auch von Kommunikationsexperten erstellt, die wesentlich mehr bieten können, als die interne Kommunikationsabteilung oder die “Pfeifen” von Marketing-Kommunikation. Man weiß doch, dass Externe mehr Wert sind als Interne. Und dann macht man über einige Monate fast kein Alltagsgeschäft mehr, sondern den Ernst gemeinten Change. Und nach dem großen Hau-Ruck wundert man sich dann, dass sich fast nichts verändert hat, dabei hat man doch fast alle externen Hebel in Bewegung gesetzt. Ich verstehe den Gedankengang dahinter: Viel hilft viel. Aber nützt in den seltensten Fällen bis gar nichts und bringt nicht das was man sich davon verspricht. Veränderung braucht Zeit und Durchhaltevermögen. Sie muss ernst gemeint sein und vor allem die Mitglieder der eigenen Organisation involvieren und nicht nur externe Berater beschäftigen. Die sind dann nachdem das Budget aufgebraucht sind alle wieder weg. Vielleicht haben sie ihr Know-how in Ordnern oder auf einer Festplatte hinterlassen. Aber nicht wirklich in den Köpfen, Herzen und Händen von Organisationsvertretern. Dazu braucht es echte Einbeziehung und ernst gemeinten Dialog, nicht nur Palaver. Manchmal gibt es eben zu viel Zusammen und zu wenig Arbeit. Aber es heißt Zusammen-Arbeit, nicht nur Gerede. Wer aber Dialogkultur zur Veränderung ernst nimmt, der wird sinnloses Zerreden genau so zur Sprache bringen wie Verschweigen und Verstecken. Wer mit Dialogkultur anfangen will, der könnte damit beginnen Verantwortungsdialoge zu führen. Im wesentlichen geht es darum, sich über vier Dimensionen auszutauschen:

Auf der Personseite: Was muss jemand können (die Frage der Qualifikation), was muss jemand wollen (die Frage der Motivation) klären und abgleichen.
Auf der Organisationsseite: Was sollte jemand dürfen (für was ist er autorisiert bzw. auch mit Ressourcen ausgestattet) und was muss jemand müssen (an welchen Beiträgen wird er gemessen, die zur Zielerreichung notwendig sind). Das ist mittlerweile eine seit vielen Jahren nützliche Landkarte (das wir entsprechend so am ISB in Wiesloch in unseren Ausbildungen lehren). Anhand dieser Dimensionen können sehr nutzbringende Dialoge in Organisationen inszeniert werden, die oft wirkungsvoller sind, als jedes Zielvereinbarungssystem, das im schlimmsten Fall nur anonym verwendet wird, d.h. keiner kennt die Ziele des anderen und wird auch so nicht von den Kollegen unterstützt. Man kann natürlich jede Landkarte entsprechend erweitern und wir haben in den letzten Jahren immer wieder mit dem einen oder anderen Zusatz experimentiert. Bewährt hat sich eine fünfte Dimension, die über Können, Wollen, Dürfen, Müssen liegt, nämlich: In welcher Art und Weise sollte jemand idealerweise agieren, also WIE. Zu viel Gelaber? Dann bitte mit mehr Verbindlichkeit, Fokus und Disziplin. Zu viel Positionierung und Schlagabtausch? Dann bitte mit mehr Interessenausgleich und im Perspektivenwechsel. Klar muss man dazu auch was können und wollen, aber am Ende entscheidet die Haltung, die aus der Art und Weise spricht, wie jemand in Verantwortung geht. Sonst ist am Ende des Veränderungsvorhabens zu viel heiße Luft entstanden, die einfach nur verpufft. Wie bei einem Big Bang eben…

10 Fragen für Führungskräfte

Geschrieben am | 18. September, 2016 | Keine Kommentare

…die wir bei unserem Leadership Forum beantworten möchten…

Hier der Link zur Veranstaltung: http://www.system-worx.de/institut/seminare/fuehrung-veranstaltungen/leadership-forum-muenchen-seminare-fuehren.html

Mitteilen statt austeilen

Geschrieben am | 28. August, 2016 | Keine Kommentare

Im Moment sitze ich im Zug auf der Rückfahrt von einem Dialogworkshop. Ich begleite eine Organisation schon mehrere Jahre. Seit letztem Jahr haben sich die Beteiligten vorgenommen, sich auf den Weg zu mehr Dialogkultur und Partizipation zu machen. Etwas, das viele aus der langen Vergangenheit nicht gewohnt waren. Heute konnten Sie von ihrem Vorhaben etwas ernten.
Weiterlesen…

Zurück in die Welt

Geschrieben am | 17. August, 2016 | Keine Kommentare

Erst einmal möchte ich mich bei euch, meinen treuen Bloglesern entschuldigen: Ich hatte tatsächlich so etwas wie eine Blogpause von 2 Monaten. Eigentlich veröffentliche ich mindestens jeden Monat einen Artikel, wenn’s gut läuft, sogar jede Woche. Ich könnte jetzt etwas von Kreativpause erzählen, aber das stimmt nicht. Es gab einfach viel und wahrscheinlich auch sehr Wichtiges zu tun. Allerdings zählt für mich das Argument „dringendes“ und „wichtiges“ nicht so wirklich. Ich bin eher ein Freund von „Competing Commitments“. Weiterlesen…

Nach dem Kongress ist nach dem Kongress

Geschrieben am | 31. Mai, 2016 | Keine Kommentare

Nun liegt er hinter uns: Der Biographiefaktor-Kongress. Die ersten Eindrücke und einen Rückblick dazu findet ihr hier: http://www.system-worx.de/institut/seminare/rueckschau-biographiefaktor-kongress.html

Für mich war das ein Auftakt. Wir hatten interessante Vortragende und ihre Vorträge. Und einige praktische interaktive Workshops, sowie ein passendes Abendprogramm. Bei allem Programm ist mir jedoch sehr klar geworden, wieviel Spielraum uns dieses Thema in Zukunft bietet. Ich bin sicher, dass wir beim nächsten Kongress ein noch wesentlich breiteres Programm haben werden. Das Leben ist bunt und vielfältig. Es wird interessant sein zu lernen, wie Menschen in China etwas werden oder auch in Südamerika oder in Indien. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten immer wieder aufzuzeigen, wie Menschen sich entwickeln und welche Methoden in Beratung und Coaching dabei helfen können. Auch die Entwicklung von Menschen in Organisationen wird ein wesentliches Thema bleiben. Nach einer Verschnaufpause nach dem Kongress geht die Arbeit der Recherche jetzt los…

Umfrage: „Ein Name für unsere gemeinschaftliche Systemische Post“

Geschrieben am | 10. April, 2016 | Keine Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir von system worx möchten in naher Zukunft einen gemeinschaftlichen Service in Form wöchentlicher systemischer Inspiration starten.

Gemeinschaftlich heißt in diesem Kontext, dass diese Form der “systemischen Post” ein Service wird, bei dem auch andere Netzwerker Ihre Beiträge beisteuern und Interessierte mit Ihrem Wissen und Ihrer Erfahrung beschenken können.

Die Frage “Was ist eigentlich systemisch?” kann sehr abstrakt beantwortet werden. Das neue Format soll es konkret und greifbar machen, indem die wöchtenlichen Emails mit folgenden Inhalten gefüllt werden:

  • Eine Anwendungsstory, die zeigt, wie jemand durch systemisches Denken und Handeln erfolgreicher in seiner Rolle ist
  • Ein Profil eines systemisch arbeitenden und lebenden Praktikers
  • Ein Buchtipp oder Hinweis auf einen interessanten Artikel
  • Möglichkeit für Leser, Resonanz und Wünsche zu Themen zu geben

Es wird darum gehen, wie wir in all unseren Rollen durch systemisches Denken, Konzepte, Interventionen zu einer besseren Version unserer Selbst werden können.

Wir wollen gemeinsam mit Euch verstehen, wie im Kontext von Organisationsrollen …

  • Berater besser beraten
  • Organisationsentwickler besser Organisationen entwickeln
  • Trainer besser trainieren
  • Projektleiter besser Projekte leiten
  • Teamleiter besser Teams leiten, Manager besser agieren
  • Geschäftsführer besser ihre Geschäfte führen
  • Mitarbeiter besser mitarbeiten, Verkäufer besser Verkaufen

Wir wollen gemeinsam mit Euch verstehen, wie im Kontext von Privatrollen …

  • Mütter und Väter besser mit ihren Kindern umgehen
  • Freunde bessere Freunde werden
  • Partner bessere Partner werden
  • Sportler besser ihren Sport ausüben
  • und und und…

Jetzt möchten wir Euch fragen, welchen Namen ihr dieser “systemischen Inspiration” geben würdet.

Unsere Umfrage findet ihr unter folgendem link:

http://www.system-worx.de/institut/component/content/article/34-seminare/274-systemische-post.html

Unter allen Teilnehmern verlosen wir eine Freikarte für den Biographiefaktor-Kongress am 6. & 7. Mai 2016.
Wir berücksichtigen alle Meldungen auf unserer Webseite, die bis zum 17. April bei uns eingehen.

Nähere Informationen zum Kongress findet ihr unter: www.biographiefaktor.de

Wir freuen uns über Eure Antworten und wünschen Euch viel Erfolg beim Gewinnspiel!

Euer Markus Schwemmle

Learning Conversations: Teamentwicklung in Führungsteams

Geschrieben am | 3. April, 2016 | Keine Kommentare


Hallo liebe Freunde, Kollegen und Kunden von system worx. Wir waren fleißig und haben gleich die nächste Learning Conversation fertig gestellt. Dieses Gespräch habe ich mit unserer Partnerin Silke Heerwagen geführt, die sich in den letzten Jahren immer wieder mit der Teamentwicklung in Führungsteams beschäftigt und dazu auch ein entsprechendes Whitepaper auf unserer Mediathek veröffentlicht hat: http://blogs.system-worx.de/unternehmen/gemeinsam-neues-gestalten/

Sie beschreibt in ihrem Artikel ein Fallbeispiel einer Führungsteamentwicklung, beschreibt einen entsprechenden Entwicklungsprozess, sowie entsprechende Instrumente bis hin zu Flipcharts, die dafür verwendet wurden. Viel Spass beim Sehen oder Lesen…

Learning Conversations: Regiebasierte Organisationsentwicklung

Geschrieben am | 31. März, 2016 | Keine Kommentare


Endlich haben wir das nächste Video aus der Reihe “Learning Conversations” fertig. Es handelt sich um das Thema “Regiebasierte Organisationsentwicklung” mit Jaakko Johannsen. Wir explorieren im Gespräch die Hintergründe zu seinem gleichnamigen Whitepaper auf unserer Mediathek: http://blogs.system-worx.de/unternehmen/regie-basierte-organisationsberatung/

Den Einstieg finden wir zur Theatermetapher, die wir als in erster Linie als Instrument der Selbststeuerung in Organisationsentwicklungsprojekten begreifen. Der Artikel ist insbesondere für unsere Beraterkollegen und auch Teilnehmer an unseren OE-Ausbildungen aber auch für Entscheider interessant, die Berater einsetzen wollen.

Wie lebt man weiter, wenn einer fehlt?

Geschrieben am | 21. Februar, 2016 | Keine Kommentare

Aus aktuellen Anlässen möchte ich heute ein Thema anschneiden, das mich in den letzten Tagen sehr bewegt: Es sterben Menschen, die mit mir mehr oder weniger verbunden sind oder sie waren dem Tode so nahe, dass nicht mehr viel gefehlt hat. Irgendetwas hat mich ganz anders berührt als sonst:
Vielleicht ist es nur die Tatsache, dass sich einzelne Ereignisse besser verarbeiten lassen und ich fühle mich überwältigt von der Menge der schlechten Nachrichten.
Oder es ist die Dramatik und gefühlte Ungerechtigkeit, dass sogar Kinder in jungen Jahren elendig sterben, ohne dass sie werden konnten, was in Ihnen als Potenzial schlummerte und die Erwachsenen auf ihren guten Wünschen als abgewertete Illusionen sitzen bleiben.
Oder es ist die Angst vor dem Prozess des Sterbens, der sehr qualvoll von außen betrachtet sein kann.
Als Berater in Veränderungsprozessen bin ich gewohnt für Menschen Prozesse des Abschieds zu inszenieren. Meistens wartet dann auf der anderen Seite etwas Neues. Beim Sterben kann man da nicht sicher sein. Und selbst Gläubige entdecken bei einer Nahtoderfahrung ihren Unglauben und reagieren mit Angst und unbändigem Lebenswillen.
Im Mai veranstalten wir unseren Kongress „der Biographiefaktor“ in München. Ich hatte mir selbst als Referent und „Joker“ (quasi Ersatzmann) überlegt, welches Thema ich vorbereiten will. Heute ist es mir klar geworden: „Leben im Bewusstsein des Todes.“ Dieser doppeldeutigen Botschaft würde ich gerne im Andenken an einen lieben Freund meine eigene Interpretation verleihen und über die Bedeutung von Sinn im Prozess des Werdens und Vergehens referieren, Gedankenexperimente und Reflexionen anbieten, die mir in den letzten Tagen durch den Kopf gingen. Das Ergebnis? Ich zeigen wie ein Bewusstsein des Todes das Leben und den Lebensweg verändert und auf eine andere Art lebbar und gestaltbar macht. Am Ende geht es darum, im Leben nicht dem Tod zum Opfer zu fallen. Ein Workshop nicht nur für den Kopf, sondern für die Seele…

Zusammen-Arbeit

Geschrieben am | 9. Februar, 2016 | Keine Kommentare

Ich betrachte meine Lebensaufgabe darin, für andere Lerngelegenheiten zu schaffen. Jeder Workshop jedes Seminar, jedes Coaching ist in der Art und Weise, wie gearbeitet wird ein Lernsetting. Bloß gut, dass ich auch von meinen Kunden lernen durfte. Dieses Goldstück verdanke ich einem Kommentar einer Teilnehmerin aus einem moderierten Managementworkshop zum Thema Kooperationskultur. Sie sagte sinngemäß:

Viele unserer Mitarbeiter im Unternehmen haben nicht das richtige Verständnis von Zusammenarbeit. Das Wort besteht nämlich aus 2 Worten: Zusammen und Arbeit.
Manche denken, dass sie zu jedem Schmarrn etwas sagen müssen und wenn sie noch nichts dazu gesagt haben, dann ist das alles auch nichts wert. Und viele gehen in Meetings, weil sie dann die Gelegenheit haben mitzureden. Dabei bewegt sich überhaupt nichts, weil nämlich keiner etwas wirklich arbeitet. Es ist sehr viel Dynamik und Bewegung in der Organisation. Der Laden brummt richtig, aber das Schiff bewegt sich keinen Millimeter weiter…

Ein starkes Bild am Wort “Zusammen-Arbeit” sehr gut illustriert wie ich finde. Wir Berater bei System Worx behaupten ja von uns, dass wir Experten für Unternehmenskultur und Kooperation sind. Und an dieser Beschreibung gibt es aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen. Die Frage ist höchstens: Wie kommt man aus einem intensiven “Zusammen” mit wenig echter Arbeit zu einem optimalen “Zusammen” bei möglichst viel Output und maximaler Bewegung bei minimaler Zielabweichung? Mittlerweile bietet das komplette Agile Management klare methodische Antworten, die meist in einer strukturierten Einschränkung der Zieldiskussionen mündet. Nur indem man einem Management punktuell die Möglichkeit zum Eingreifen gibt, erhält man die Chance, dass überhaupt etwas entsteht, das dann iterativ weiterentwickelt wird.

Mein persönlicher Vorschlag um aus dem Aktionismus und dem Meetingwahn auszusteigen ist die Einführung eines Beitragmanagements im Unterschied zum projekthaften Managen von ToDos. Beim Beitragsmanagement werden Beiträge zur Zielerreichung gesammelt und bewertet. Es geht eben nicht nur darum die Trikots durchzuschwitzen, sondern Tore zu schießen. Dementsprechend sollte jede Handlung und Aktivität auf ihren Beitragscharakter geprüft werden. Viel Handlung bei Null Beitrag sollte dann entsprechend minimiert werden.

Ich hoffe das war ein inspirierender Beitrag für meine Leser :-)

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